Sparen, kürzen, streichen
Deutsche Konzerne rüsten sich für den Abschwung

Die deutschen Großkonzerne schalten in den Krisenmodus um. Die Firmen suchen nach Möglichkeiten, die Flaute zu überstehen. Stellenstreichungen und Einsparungen stehen bei den Unternehmen nun auf der Tagesordnung.
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München/DüsseldorfDie Details des Sparprogramms sollen erst auf der Führungskräftetagung von Siemens im Herbst präsentiert werden. Doch fest steht schon jetzt, wie die Schlüsselworte lauten werden: sparen, kürzen, streichen. Mitarbeiter der vier Sparten Industrie, Energie, Medizintechnik und Infrastruktur sowie der Strategieabteilung suchen derzeit nach Möglichkeiten, wie sich die von Vorstandschef Peter Löscher Ende Juli angekündigten Einsparungen umsetzen lassen. Es gebe "definitiv noch keine Entscheidungen", heißt es im Konzernumfeld.

Aber, so fügt ein Insider hinzu: "Natürlich wird das Ganze nicht ohne Stellenstreichungen gehen. Der Konzern muss jetzt aus dem Rekordmodus in den Krisenmodus umschalten." Die "Börsen-Zeitung" hatte berichtet, bei Siemens stünden "Tausende" der insgesamt 400.000 Stellen auf dem Spiel.

Schuld am Sparzwang ist die sich ankündigende Konjunkturflaute. So ist der Auftragseingang bei Siemens im dritten Geschäftsquartal um 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen. Viele andere deutsche Unternehmen kämpfen mit den gleichen Problemen, weshalb nun die Stunde der Controller schlägt.

Deutschlands größter Handelskonzern Metro leidet unter der Kaufzurückhaltung infolge der Euro-Krise und will deshalb jährlich 120 Millionen Euro einsparen. RWE macht nicht nur die Energiewende, sondern auch die sinkende Stromnachfrage wegen des Abschwungs zu schaffen - knapp 11.000 Stellen sollen wegfallen. Der Sportartikelhersteller Puma verzeichnete trotz Olympia im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch von 29 Prozent und beschleunigt den Konzernumbau.

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  • Unser Schreibtischrevoluzzer und Dauerkommentierer Berwanger ruft mal wieder zum Volksaufstand auf, oder wie soll ich die immer gleiche Kommentare verstehen? Wir leben in einer Demokratie und jeder der will kann daran mitgestalten! Es sei denn er hockt den ganzen Tag vorm PC und setzt so ein Unsinn ab.

    Einfach mal eine Partei gründen, in eine eintreten oder auch mal Arbeiten gehen hilft den Frust abzubauen.

    oder sieht das jemand anders?

  • Das erklärt wahrscheinlich auch die anstehende Kurzarbeit bei Opel. So werden Fachkräfte entlastet damit sie dann per attraktivem Minijob den Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt beheben können.

    Nur zu dumm daß wie üblich die "Fachkräfte" im Management davon nicht werden profitieren können. Wo kämwen wir auch hin, wenn plötzlich in Vorstandsetagen Kurzarbeit gelietst würde, nicht wahr? Aus lauter Mitleid mit diesen sollten wir schnell in diesem Segment die Gehälter erhöhen, solange der Konzern nicht komplett pleite ist. Am besten flächedeckend bei allen DAX-Unternehmen. :-D

  • Bei Ihnen geht es auch in diese Richtung, wenn man Ihre Kommentare verfolgt.

    Diesmal allerdings nicht! Was soll man sagen? Selbst ein blindes Huhn...

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