Sparkasse Köln
Staatsanwälte ermitteln gegen Vorstände

Besuch von Polizei und Staatsanwalt haben die Vorstände der Sparkasse Köln-Bonn noch nicht bekommen. Auf unangenehme Fragen der Ermittler werden sich Joachim Schmalzl und Ulrich Gröschel aber wohl einrichten müssen.
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FRANKFURT. Die Vorstände der Sparkasse Köln-Bonn sind ebenso im Visier der Ermittler wie Ex-Sparkassenchef Gustav Adolf Schröder und sein Nachfolger Dietmar Binkowska, derzeit Chef des regionalen Förderinstituts NRW Bank. Der Vorwurf: Untreue im besonders schweren Fall. Werden die Beschuldigten verurteilt, drohen ihnen bis zu zehn Jahren Haft. Am vergangenen Donnerstag hatten fast 200 Beamte in einer Großrazzia das Haus von Schröder sowie Villa und Büros des umstrittenen Bauunternehmers Josef Esch durchsucht. IT-Vorstand Schmalzl und Finanzvorstand Gröschel blieben von der Razzia zwar verschont, gelten wie weitere Ex-Vorstände aber als Beschuldigte.

Es geht um die Verwicklung der Sparkasse Köln-Bonn in die Übernahme der Magic Media Company (MMC), einer TV-Produktionsgesellschaft. An ihr war auch die Sparkasse erst nur beteiligt, bevor sie MMC 2007 komplett übernahm. Die MMC mietete Räume im Medienzentrum Köln-Ossendorf, die Sparkasse garantierte für die Mietzahlungen, obwohl MMC schon im Jahr 2000 rund 9,5 Mio. Euro Verlust schrieb. Besitzer der Immobilie war die Fondsgesellschaft Köln-Ossendorf, initiiert von Bauunternehmer Josef Esch. Die zweitgrößte Sparkasse Deutschlands kam ihr Investment teuer zu stehen: bis Ende 2008 mehr als 110 Mio. Euro. Wegen hoher Verluste musste sie im selben Jahr mit rund 650 Mio. Euro vom Rheinischen Sparkassenverband und den Städten Köln und Bonn gestützt werden.

Treibende Kraft bei dem Deal soll laut Staatsanwaltschaft Ex-Sparkassenchef Schröder gewesen sein. Doch auch der übrige Vorstand scheint sich die Finanzlage der MMC offenbar nicht genau angeschaut zu haben. Die Sparkasse Köln-Bonn bestätigte die Ermittlungen gegen Schmalzl und Gröschel. Es gäbe aber keinen Grund, sie von ihrem Amt zu entbinden, da die Unschuldsvermutung gelte, hieß es.

Kommentare zu " Sparkasse Köln: Staatsanwälte ermitteln gegen Vorstände"

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  • Passieren wird diesen Herren und Damen trotzdem wieder nichts. Staatsanwaltschaft.....na dann können sie ja beruhigt sein. Vokeswut und Volksgericht wären schlimmer aber angebrachter.

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