Sparkassenverbände wollen angeblich fusionieren
Stuhl des WestLB-Aufsichtsratschefs könnte wackeln

Die beiden einflussreichen Sparkassenverbände in Nordrhein-Westfalen wollen einem Bericht des Manager-Magazins zufolge fusionieren und den amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden der von ihnen mitkontrollierten WestLB, Bernd Lüthje, absetzen.

Reuters DÜSSELDORF. Der westfälisch-lippische Verband wies diese Darstellung indes umgehend zurück, der rheinische Verband sprach von Spekulationen und wollte nicht weiter Stellung nehmen. Die Landesbank NRW, der die WestLB gehört und deren Vorstandschef Lüthje ist, verwies ihrerseits auf die Stellungnahmen der Sparkassenverbände. Aus Branchenkreisen verlautete unisono, eine Fusion der Verbände und eine Absetzung Lüthjes von seinem Aufsichtsrats-Amt sei absolut unwahrscheinlich.

Das Manager-Magazin berichtete am Dienstag vorab ohne Angaben von Quellen, der westfälisch-lippische Sparkassenpräsident Rolf Gerlach und sein rheinischer Kollege Karlheinz Bentele hätten sich „in Grundzügen“ auf eine Fusion der beiden Verbände geeinigt. Gerlach solle Chef des fusionierten Verbandes werden, Bentele hingegen solle Lüthje im Aufsichtsrat der WestLB ablösen. Dies hatte zuvor bereits der Finanzinformationsdienst „Platow-Brief“ ebenfalls ohne Quellenangabe berichtet.

Lüthje ist nicht nur AR-Chef der WestLB, sondern auch Vorstandsvorsitzender von deren Mutter, der Landesbank NRW. An der Landesbank halten die beiden Sparkassenverbände jeweils 16,7 %, die beiden Landschaftsverbände des Landes sind mit je 11,7 % beteiligt und das Land selbst hält 43 %.

Der Westfälisch-Lippische Sparkassen- und Giroverband (WLSGV) wies den Bericht zurück. „Es gibt keinerlei Dissens zwischen Herrn Gerlach und Herrn Lüthje“, sagte Verbandssprecher Wolfgang Hornung. Auch eine Fusion der beiden Sparkassenverbände sei derzeit kein Thema. „Weder gibt es einen Arbeitsauftrag dafür, noch irgendwelche neuen Pläne für eine Fusion, nachdem die vor rund zehn Jahren allesamt gescheitert sind.“ Auf Seiten des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes (RSGV) sagte dessen Direktor Rainer Imig, die Medienberichte seien „reine Spekulation und Kaffesatzleserei.“ Weiter wollte er nicht Stellung nehmen.

Anfang der 90er Jahre waren Pläne für eine Fusion der beiden Verbände weit fortgeschritten, letztlich aber am Widerstand des westfälisch-lippischen Verbandes gescheitert. Mittlerweile ist Nordrhein-Westfalen das einzige Bundesland mit zwei Sparkassenverbänden. Jüngst waren Fusionspläne in der Landesregierung wieder zur Sprache gekommen, sie wurden aber vorerst nicht weiter vorangetrieben.

Aus Branchenkreisen hieß es, die Sparkassenverbände hätten derzeit Wichtigeres zu tun, als ihre Fusion anzuleiern. „Auf der Tagesordnung steht die Neuordnung der WestLB und das Fitmachen der Sparkassen für 2005, wenn die staatlichen Haftungsgarantien wegfallen.“ Ein angebliches Interesse Benteles als Aufsichtsratschef der angeschlagenen WestLB bezeichneten mehrere Branchenkenner als „dummes Zeug.“ „Für einen Sparkassenpräsidenten ist das doch keine Herausforderung."

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