Spekulationen über Nachfolge von Mercedes-Chef Hubbert
Schrempp-Nachfolge mit in den Blickpunkt gerückt

Die Nachfolge von Mercedes-Chef Jürgen Hubbert soll offenbar auf einer Aufsichtsratssitzung von Daimler-Chrysler Ende Juli entschieden werden. Nach Informationen aus unternehmensnahen Kreisen drängen dabei jedoch Teile des Aufsichtsrats auf ein personelles Gesamtkonzept, das ebenso die spätere Nachfolge von Daimler-Konzernchef Jürgen Schrempp einschließt.

HB HAMBURG. Als Hubbert-Nachfolger kämen mehrere Kandidaten in Frage, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag weiter aus den Kreisen. Einer davon sei der derzeitige Chef der Nutzfahrzeugsparte, Eckhard Cordes.

Die Ereignisse der letzten Monate machten ein Gesamtkonzept nötig, „dass zukunftsfähig ist und Ruhe in den Konzern bringt“, hieß es aus den Kreisen. Angestrebt wird demzufolge ein Personaltableau, das die drei wichtigsten Führungspositionen des Konzerns umfasst. Das ist neben der Spitze der Hauptmarke Mercedes die der amerikanischen Tochter Chrysler und die des Stuttgarter Gesamtkonzerns. Mit einer Gesamtlösung sollten die seit Wochen anhaltenden Personalspekulationen um Daimler-Chrysler beendet werden. Eine Entscheidung solle bis Ende des Jahres getroffen werden, hieß es. Daimler-Chrysler lehnte einen Kommentar dazu ab. „Das sind Spekulationen, zu denen wir uns nicht äußern“, sagte ein Sprecher.

Als ein möglicher Kandidat für die Nachfolge Hubberts wurde von den Kreisen Cordes genannt. Allerdings komme auch der derzeitige Chrysler-Vorstandschef Dieter Zetsche in Frage. „Wenn Herr Zetsche ein Kandidat würde, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass Herr Bernhard Chrysler-Chef macht“, hieß es. „Falls er das noch will“. Wolfgang Bernhard, bisher zweiter Mann bei Chrysler hinter Dieter Zetsche, war nach Differenzen mit Hubbert und dem Betriebsrat kurz vor seinem geplanten Amtsantritt als Mercedes-Chef vom Aufsichtsrat zurückgezogen worden. Seitdem wird erwartet, dass er das Unternehmen verlässt.

Über die Nachfolge Schrempps müsse im Zusammenhang mit der Besetzung der Mercedes-Spitze entschieden werden, hieß es weiter. Auf einen Kandidaten legten sich die Kreise dabei nicht fest. Über die Personalien werde der Aufsichtsrat am 28. Juli beraten, hieß es weiter aus den Kreisen weiter. Mit einer Entscheidung sei dann aber noch nicht zu rechnen. „Ich sehe den Juli-Termin nicht als Entscheidungstermin. Wir müssen bis Jahresende fertig sein“, hieß es.

Hubberts Vertrag läuft noch bis April 2005. Schrempp hatte Anfang Mai erklärt, er wolle seinen jüngst bis 2008 verlängerten Vertrag trotz Spekulationen über einen vorzeitigen Abschied erfüllen.

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