Spekulationen um Cordes
Metro sucht den Vorstandschef

Sucht der Metro-Konzern nach einem neuen Vorstandschef ? Und gilt Eckhard Cordes, dessen Vertrag erst in zwei Jahren endet, bereits jetzt als Auslaufmodell? Wie ein Personalberater mit einer Stellenanzeige Spekulationen um eine Führungskrise bei Metro anheizt.
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DÜSSELDORF. Das Stellenangebot der Münchener Personalberatung Rickert & Fulghum lockt mit opulenter Bezahlung. In der Rubrik „Zu besetzende Positionen“ steht es gleich obenan: Gesucht werde der Vorstandsvorsitzende eines international tätigen Einzelhandelsunternehmens, Einkommen im siebenstelligen Bereich, heißt es da.

Wer sich telefonisch nach dem spendablen Arbeitgeber erkundigt, bekommt unverzüglich ein Dementi überreicht. „Nein“, sagt Headhunter Dieter Rickert, hinter der Offerte stecke keineswegs der Duisburger Mischkonzern Haniel, der zuständig ist für das Führungspersonal seiner Beteiligung Metro. Ob ihn Haniel denn mit der Suche nach einem einfachen Vorstand beauftragt habe? „Sie wissen doch“, sagt Rickert-Partner Rick Fulghum, „über Kunden reden wir nicht.“ Man habe zwar mit Haniel-Vorstandschef Jürgen Kluge gesprochen, auch und vor allem über die Besetzung von Vorstandsposten, einen formellen Auftrag aber gebe es nicht. Und mit der Cordes-Nachfolge habe das Ganze auch nichts zu tun, außer natürlich, dass jeder neue Metro-Vorstand auch potenziell die Eignung zum Vorstandsvorsitzenden besitzen sollte. So sieht es auch Kluge: Jedes einfache Vorstandsmitglied sollte auch den Marschallstab im Tornister haben. So weit, so klar.

Der knapp geratene Anzeigentext sorgt trotz der Beschwichtigungen für mächtig Wirbel – innerhalb und außerhalb der Metro. Denn wo es raucht, ist auch Feuer, sagt zumindest der Volksmund. Und die Schar von „Vorstandsvorsitzenden“ in „international tätigen Einzelhandelsunternehmen“, die mehr als eine Million Euro pro Jahr beziehen, ist in Deutschland übersichtlich.

Sortiert man die GmbHs mit ihren Geschäftsführern aus, bleiben als international tätige Aktiengesellschaften in dieser Größenordnung nur Douglas und Rewe – und eben die Metro. Und andere Handelsriesen wie Wal-Mart sind in Deutschland nicht mehr vertreten. Bei Rewe hat nun gerade erst Vorstandschef Alain Caparros vor wenigen Wochen verlängert, und bei Douglas sitzt Miteigentümer Henning Kreke fest im Sattel.

Die Diskretion nährt die Spekulation: also doch ein neuer Vorstandschef für Metro? Gilt Eckhard Cordes, dessen Vertrag erst in zwei Jahren endet, bereits jetzt als Auslaufmodell? Und wieso, so fragt man sich in der Branche, wird da am Image eines Managers gekratzt, der gerade erst mit Rekordzahlen glänzte und Analysten mit Expansionsideen begeisterte?

Bleibt nur die Spurensuche. Fakt Nummer eins ist: Rickert und Fulghum sind Vollprofis. Sie gehören zu den führenden Personalberater-Boutiquen in Deutschland, die neben den Großbetrieben Egon Zehnder, Kornferry und Kienbaum die Chefsessel im Lande besetzen. Rickert und Fulghum sind ein Zwei-Generationen-Familienbetrieb – ohne verwandt zu sein.

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