Management
Spezialist für schwierige Fälle

Ulrich Körner folgt seinem früheren Chef Oswald Grübel zur UBS. Die beiden krempeln die angeschlagene Schweizer Großbank um.

ZÜRICH. Jeder Sanierer braucht einen Vorarbeiter. UBS-Chef Oswald Grübel hat jemanden gefunden, der ihm nicht nur im Geiste verwandt, sondern aus gemeinsamen Berufsjahren lange bekannt ist. Ulrich Körner wird ab sofort neuer Chief Operating Officer der größten Schweizer Bank. Der 46-Jährige gilt wie Grübel nicht nur als hemdsärmeliger Turnaround-Spezialist für schwierige Fälle. Beide kennen sich auch von der Credit Suisse, wo Körner vor sechs Jahren zusammen mit Grübel den Karren aus dem Dreck zog und die Nummer zwei der Schweiz zurück in die Gewinnzone führte.

Die Verpflichtung von Körner ist die erste wichtige Personalentscheidung von Grübel, der selbst erst seit Ende Februar im Amt ist. Der neue UBS-Chef unterstreicht damit zweierlei: einmal seine Absicht, die UBS nach dem Vorbild der Credit Suisse zu einer integrierten Großbank umzuformen. Zum anderen seine Entschlossenheit, die damit verbundenen Kostensenkungen und Stellenkürzungen mit harter Hand durchzusetzen. Mit dem Tandem Grübel-Körner hat die UBS nach Einschätzung von Experten das vermutlich beste Sanierungsteam verpflichtet, das am Finanzplatz Zürich im Moment zu haben ist.

Die Börse sieht das offenbar ähnlich. Der Kurs von UBS kletterte zeitweilig um rund fünf Prozent. "Wir sehen uns darin bestätigt, dass Grübel die UBS nach dem Vorbild der Credit Suisse mit ihrem integrierten Geschäftsmodell umbauen will", sagt Peter Thorne, Analyst beim Brokerhaus Helvea in London, "das hat bei der Credit Suisse funktioniert und wird unter seiner Führung wahrscheinlich auch bei der UBS funktionieren." Unterstrichen wird die Absicht Grübels noch dadurch, dass er zahlreiche Infrastruktur-, Dienstleistungs- und Kontrollaufgaben bei der UBS zentralisieren will. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Corporate Center, das künftig von Körner geführt wird. Der ehemalige McKinsey-Berater löst Walter Stuerzinger ab, der aus der Konzernleitung austritt.

Die UBS verspricht sich von der strafferen Führung "nachhaltige Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen". So hat Helvea ausgerechnet, dass UBS ihre Kostenbasis für das Corporate Center auf eine Mrd. Franken aufgebläht hat, während Credit Suisse mit einem Viertel davon auskommt. Grübel und Körner werden hier die Kosten kürzen. Die UBS steht nach wie vor unter enormen Ertragsdruck. An der Börse wird darüber spekuliert, dass der positive Mittelzufluss in der Vermögensverwaltung bereits wieder abgeebbt ist und die Bank weitere zwei Mrd. Dollar auf Kreditversicherungen abschreiben muss.

Seite 1:

Spezialist für schwierige Fälle

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%