Spielzeugbranche
Zapf-Chef Kellinghusen steigt aus

Führungswechsel bei Zapf: Der Chef des krisengeplagten Puppenherstellers, Georg Kellinghusen, verlässt das Unternehmen nach nicht einmal einem Jahr. Darauf haben sich Kellinghusen und der Aufsichtsrat der Zapf Creation AG nach Unternehmensangaben verständigt.

HB RÖDENTAL. Der 59-jährige gehe mit sofortiger Wirkung, teilte Zapf am Mittwoch mit, ohne Gründe für die abrupte Demission zu nennen. In Unternehmenskreisen hieß es, Kellinghusen habe sich mit dem Chef des neuen Großaktionärs MGA Entertainment, Isaac Larian, nicht verstanden. Von MGA kommt auch sein vorläufiger Nachfolger: Kellinghusens Funktionen als Vorstands- und Finanzchef würden von Vertriebs- und Marketingvorstand Thomas Pfau übernommen. Pfau ist zunächst der einzige Vorstand von Zapf. Ein Nachfolger für Kellinghusen soll bald gefunden werden.

Kellinghusen war erst im Februar vom Modehersteller Escada als Sanierer zu Zapf gekommen und hatte zunächst die Funktion des Finanzvorstands übernommen. Nachdem Firmenchef Thomas Eichhorn im Mai seinen Hut nehmen musste, übernahm Kellinghusen auch die Unternehmensführung. Zapf Creation war in die Krise geraten, da sich seine Puppen, die gebadet werden oder weinen können, nur noch mühsam verkauften. Die Folge waren hohe Verluste. Zudem belastete Zapf auch die Korrektur der Bilanzen für 2004 und 2005.

Die Pläne Kellinghusens, das Unternehmen aus Rödental bei Coburg durch einen Verkauf an den japanischen Spielehersteller Bandai zu retten, durchkreuzte der US-Puppenhersteller MGA mit seinem Einstieg. Inzwischen hält MGA 23 Prozent an Zapf und gewinnt mehr und mehr an Einfluss bei Zapf. Zuletzt übernahm Pfau, der Deutschland-Chef von MGA, neben dem Vertrieb auch die Verantwortung für den Bereich Design und Produktentwicklung.

Um wieder in die Gewinnzone zu kommen, hat Zapf eine weit reichende Vertriebskooperation mit MGA vereinbart und ein Kostensenkungsprogramm aufgelegt, das auch einen massiven Arbeitsplatzabbau umfasst. Einen kleinen Lichtblick erhielt Zapf im Weihnachtsgeschäft: Nach einer langen Durststrecke legten die Umsätze im vierten Quartal in Europa wieder zu. Die Zapf-Aktie gab am Mittwoch 0,6 Prozent auf 8,75 Euro nach.

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