Spitzelaffäre
Ehemaliger Telekom-Chef sagt aus

Der ehemalige Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke wird in der Spitzelaffäre vor der Bonner Staatsanwaltschaft aussagen. Diese ermittelt seit Mai 2008, wer dafür verantwortlich war, dass Telefonate von Aufsichtsräten und Journalisten ausspioniert worden sind.
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DÜSSELDORF. "Wir fahren demnächst nach Bonn, und Ricke wird dort Rede und Antwort stehen", sagte sein Anwalt Rainer Hamm dem Handelsblatt. "Ich bin mir sicher, dass die Staatsanwaltschaft danach von einer Anklage gegen Ricke absieht." Die Ermittler wollen bis Jahresende entscheiden, wen der acht Hauptbeschuldigten sie anklagen. Ricke macht seine Aussage laut Hamm erst jetzt, weil er erst spät Einsicht in die Akten gehabt habe.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Mai 2008, wer dafür verantwortlich war, dass Telefonate von Aufsichtsräten und Journalisten ausspioniert worden sind. Zu den Beschuldigten gehören auch Ex-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel, ein Abteilungsleiter der Konzernsicherheit und der Chef eines Recherchedienstes, der die Telefonate im Auftrag der Telekom ausgewertet haben soll.

Ricke war seit November 2002 Telekom-Chef, bis ihn René Obermann 2006 ablöste. Ricke habe sich in der Affäre nichts vorzuwerfen, sagte sein Anwalt. Er habe zwar den Auftrag erteilt, die undichten Stellen im Konzern zu finden, aber nicht gewusst, dass dies mit illegalen Methoden geschah. Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, Zumwinkel wolle nicht persönlich aussagen. Sein Anwalt bereite eine schriftliche Stellungnahme vor.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid

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