Spitzenkräfte von der Universität oder aus der Industrie haben oft bereits mehrere Angebote in der Tasche
Berater auf der Suche nach Talenten

Es sieht besser aus als noch vor einem Jahr. Unternehmensberatungen suchen wieder nach sehr guten Kräften“, sagt Rémi Redley, Präsident des Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU). Das klingt erst mal erfreulich, hat aber einen Haken: „Es werden bei der Einstellung weniger Zugeständnisse gemacht. Gefragt sind ohne wenn und aber Spitzenleistungen, denn die Klienten fragen nach der Qualifizierung jedes einzelnen Beraters.“

HB DÜSSELDORF. In dieser Situation könnten sich besonders Quereinsteiger mit exzellentem Fachwissen und betriebswirtschaftlichem Verständnis profilieren.

„Wir sind grundsätzlich für alle Fachrichtungen offen“, sagt Sitta Dellschau, bei Roland Berger zuständig für das Hochschulmarketing. Zumindest muss aber betriebswirtschaftliches Interesse erkennbar sein, besser noch ist ein Aufbaustudium, MBA-Abschluss oder wenigstens einschlägige Praktika.

Bei der Boston Consulting Group (BCG) schätzt man hervorragende Universitätsabsolventen, aber auch Kräfte mit drei- bis fünfjähriger Berufspraxis in der Industrie. Die Fachrichtung ist dabei nachrangig: „Mindestens die Hälfte unserer Berater hat keinen wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund, denn innovative Strategien lassen sich nicht nur von BWLern entwickeln“, berichtet BCG-Recruiting Director Just Schürmann.

Auf Interesse stoßen branchenweit Mathematiker, Physiker, Informatiker und Informationstechniker. Erwartet wird nicht nur ein zügiges Studium mit hervorragenden Noten, sondern auch einschlägige Praxis- und Auslandserfahrung, am besten in der Projektarbeit. Gern gesehen sind auch Ehrenämter, soziales Engagement und intensiv verfolgte Hobbys.

Auf der anderen Seite klagt Sitta Dellschau von Roland Berger: „Der Markt ist hart umkämpft. Außerdem haben sich die Ansprüche der Absolventen geändert: Viel zu reisen und in Stoßzeiten zugunsten eines Projektes auf Freizeit zu verzichten, gilt zunehmend als unattraktiv.“ Ende der neunziger Jahre sei der Beruf beliebter gewesen als heute. Woher der Wind der wieder erwachten Konkurrenz weht, wird auch bei McKinsey & Company registriert: „Um hervorragende Absolventen besteht nach wie vor ein großer Wettbewerb zwischen den Beratungen und der Industrie“, bemerkt Klaus Behrenbeck, bei McKinsey verantwortlicher Direktor für die Anwerbung in Deutschland und ergänzt: „Jobsicherheit ist bei der Wahl des Arbeitgebers wichtiger geworden.“

BDU-Präsident Rémi Redley wird deutlicher: „Insgesamt hat der Beruf bei Studierenden an Image verloren. Eine Ursache hierfür sind die zum Teil drastischen Entlassungswellen vor allem in der IT-Beratung.“ Auch wenn sich die Teilbranche langsam wieder berappelt, geht Redley aber nicht von einem kräftigen Aufschwung der Branche aus: „Das hängt direkt mit der konjunkturellen Lage in Deutschland zusammen, die bisher durch einen erwünschten nicht aber tatsächlichen Aufschwung gekennzeichnet ist.“

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