Spoerr verdient kräftig an Mobilcom-Fusion
Freenet-Chef füllt sich die Taschen

Er ist jung, karrierebewusst und wird in der deutschen Telekomszene bereits als der neue Shootingstar des Jahres gefeiert: Eckhard Spoerr. Der 37-jährige Freenet-Chef leitet nach der Fusion mit der Büdelsdorfer Mobilcom einen der größten deutschen Mobilfunkanbieter.

HB HAMBURG. Doch mit dem Aufstieg reiht sich der agile Jung-Star bereits ein in die Riege der Großverdiener. Denn durch die bevorstehende Verschmelzung bessert der Manager seine Privatschatulle kräftig auf: Spoerr will sich seine rund 266 000 Aktienoptionen ausbezahlen lassen.

Grundlage hierfür ist der Verschmelzungsvertrag. Danach kann er die Optionen spätestens zehn Banktage nach Eintragung der Fusion im Handelsregister zu Geld machen. Dabei kauft das Unternehmen die Anteile an, ausgezahlt wird der Differenzbetrag zwischen dem Durchschnittskurs der Freenet-Aktie im August und dem in den Optionen festgeschriebenen Verkaufsbetrag von 3,26 Euro. Die Regelung wurde von Freenet bestätigt.

Unterstellt man den heutigen Freenet-Kurs von 23,11 Euro, würde Spoerr mehr als 5,2 Millionen Euro kassieren. Desgleichen Freenet-Finanzchef Axel Krieger. Da der Freenet-Kurs wegen der guten Ertragsprognosen im August weiter an Boden gewinnen dürfte, könnten die Beträge sogar noch höher ausfallen.

Das dürfte vor allem die Mitarbeiter ärgern: Denn Spoerr will kräftig auf die Kostenbremse treten und bereits im nächsten Jahr einen „zweistelligen Millionenbetrag“ einsparen, verkündete er kürzlich. Pikant ist, dass die Einsparungen vor allem über einen Stellenabbau erfolgen sollen. Fraglich ist, wo Spoerr den Rotstift ansetzt: bei den 1 850 Angestellten von Freenet oder den 1500 Mitarbeitern bei Mobilcom.

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