Spohr-Nachfolger gefunden: Garnadt leitet Lufthansa-Passagiergeschäft

Spohr-Nachfolger gefunden
Garnadt leitet Lufthansa-Passagiergeschäft

Von der Fracht zu den Passagieren: Die Lufthansa hat einen Nachfolger für den neuen Vorstandschef Spohr bestimmt. Karl Ulrich Garnadt muss sich bald mit einem möglichen Piloten-Streik auseinandersetzen.
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FrankfurtDie Lufthansa ist auf der Suche nach einem Chef für die umsatzstarke Passagiersparte im eigenen Haus fündig geworden. Karl Ulrich Garnadt - derzeit Chef der Lufthansa-Frachttochter - werde ab dem 1. Mai 2014 an die Spitze des Passagiergeschäfts rücken, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Für den 57-jährigen, der seit mehr als 30 Jahren für die Lufthansa arbeitet, ist das ein großer Karrieresprung.

Während er bei Lufthansa Cargo ein Flotte von knapp 20 Jets steuert, werden es bei der unternehmensintern „Passage“ genannten Kernsparte nun mehr als 400. „Bei Karl Garnadt wissen wir die Lufthansa Passage in besten Händen“, sagte Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber.

Der Posten wird frei, weil der bisherige Passagier-Chef Carsten Spohr Anfang Mai an die Spitze des Kranich-Konzerns rückt. Spohr folgt auf Christoph Franz, der sich bald zum Schweizer Pharmakonzern Roche verabschiedet.

Garnadt tritt den Job in unruhigen Zeiten an. Die Lufthansa befindet sich derzeit auf einem harten Sparkurs, der die Belegschaft auf die Barrikaden bringt. Derzeit stimmen die gut 5000 Lufthansa-Piloten über einen Streik ab. Das Ergebnis wird Ende nächster Woche bekannt.

Garnadt hat sich durch seine Erfolge bei Lufthansa Cargo für Höheres empfohlen. Im Konzern rechnen ihm viele hoch an, dass er den Frachtableger relativ sicher durch die Branchenkrise steuerte, in der viele andere Cargo-Airlines hohe Verluste schrieben. Zudem hielt Garnadt die Lufthansa-Tochter nach Verhängung des Nachtflugverbots am Frankfurter Flughafen auf Kurs und setzte sogar einen Neubau des Frachtzentrums durch. Davor arbeitete Garnadt drei Jahre bis 2010 bereits als Topmanager im Passagiergeschäft und leitete dort den Ausbau des Flughafens München, den er wegen der Überfüllung in Frankfurt zum zweiten Lufthansa-Drehkreuz ausbaute.

Unter seiner Führung versuchte die Kranich-Linie aber auch, eine neue Fluglinie in Italien aufzubauen - das endete in einem teuren Desaster, Lufthansa Italia wurde eingestellt. Der Flop war Aufsichtsratskreisen zufolge einer der Hauptgründe, die gegen seine Berufung sprachen. Konkurrent von Garnadt um den neuen Job war unter anderem Harry Hohmeister, Chef der Lufthansa-Tochter Swiss sowie im Konzernvorstand für Austrian Airlines und Brussels Airlines zuständig.

Die Berufung von Garnadt ist nicht die einzige Personalrochade bei der Lufthansa. Seine Nachfolge im Cargo-Cockpit wird Peter Gerber antreten, der derzeit im Passagiergeschäft das Personal leitet. Konzern-Arbeitsdirektorin Bettina Volkens übernimmt Gerbers Job zusätzlich.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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