Sportgate
Die gefährlichen Folgen eines Netzrollers

An einem Tresen leistete Boris Becker einst eine umstrittene Unterschrift. Am Montag verhandelt der Bundesgerichtshof über einen der vielen geschäftlichen Netzroller des ehemaligen Tennis-Stars. Derzeit sieht es nicht schlecht aus für Becker. Bum-Bum im Glück?

DÜSSELDORF. Die Eingangsszene wirkt wie ein Abbild des Schicksals. Dreimal schafft es der Tennisball noch über die weiße Netzkante, dann schlägt er hart dagegen, rotiert in der Luft und steigt senkrecht nach oben. Schließlich beginnt er zu fallen, und noch weiß niemand zu sagen, ob die kleine gelbe Filzkugel vor oder hinter dem Netz aufschlagen wird. Spiel, Satz und Sieg? Oder bittere Niederlage?

Erst am Ende seines hoch gelobten Kinofilms "Match Point" wird Woody Allen den Zuschauer damit konfrontieren, dass er ihn mit diesen Anfangsbildern gelinkt hat, dass das Leben so gerade nicht funktioniert. Es ist völlig egal, lautet die Botschaft des Regisseurs, in welchem Teil des Spielfelds der Ball am Ende landet: Das Leben ist kein Tennismatch, das nach Regeln funktioniert, es ist eine simple Abfolge von Zufällen. Glück kann jeder haben, selbst der, der es nicht verdient.

Boris Becker könnte Allens Film gefallen. Am Montag verhandelt der Bundesgerichtshof über einen der vielen geschäftlichen Netzroller des ehemaligen Tennis-Stars. Und derzeit sieht es so aus, als würden zwei glückliche Zufälle verhindern, dass der 38-Jährige am Ende des Verfahrens um 1,5 Millionen Euro ärmer ist.

Der Fall Becker - er beginnt in Washington, am 16. Juli 2000. In der Bar eines Hotel treffen sich drei Personen. Drei, die in deutschen Gazetten einen Stammplatz haben. Am Tresen trifft sich Becker mit Internetunternehmer Paulus Neef, damals Inhaber der prosperierenden Multimediaagentur Pixelpark. Mit dabei ist auch Uta Kunz. Die Schönheitschirurgin aus Paris mit rotblonder Katja-Ebstein-Frisur sorgt in Deutschland vor allem mit ihrem Privatleben für Furore. Kunz posiert regelmäßig mit ihrem damaligen Lebensgefährten, Ex-RTL-Chef Helmut Thoma, für die bunten Blätter.

An diesem lauen Sommertag will sich das Trio allerdings nicht über Lust und Last ihres Prominentendaseins austauschen. Beim Tresentreff dreht sich alles um ein gemeinsames Baby: die Sportgate AG.

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