Sportunfall
Arzt muss Unfall-Verursacher nicht nennen

Passiert im Krankenhaus ein Unfall, muss ein Arzt den Namen des Verursachers nicht nennen. Er kann sich auf die Schweigepflicht berufen.

HB KARLSRUHE. Eine Frau machte in einer Klinik für psychogene Krankheiten eine Tanztherapie. Eines Morgens wurde sie vom beschwingt dahertanzenden Mitpatienten Jürgen angerempelt, kam zu Fall und zog sich schwere Verletzungen am rechten Bein zu. Damit hatte es sich ausgetanzt, die psychogen Erkrankte forderte vom tapsigen Jürgen 5 500 Euro Schmerzensgeld und 25 000 Euro Schadensersatz für den Umbau des Badezimmers und Betreuungskosten.

Das Problem: Sie kannte seinen Nachnamen nicht. Und der Arzt weigerte sich, ihn der Frau zu nennen. Ihre Klage dagegen blieb erfolglos: Die ärztliche Schweigepflicht habe eindeutig Vorrang, entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe (14 U 45/05). Wie Jürgen weiter heißt, wird das Tanzopfer wohl nie erfahren. Ob die Klinik wegen des angeblich überfüllten Tanzsaals Schadensersatz zahlen muss, wollen die Richter noch prüfen.

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