Staatsanwalt ermittelt bereits
Leipzig-West AG: Gutachten enthüllt Details zu Anlegerpleite

Ein Gutachten des Insolvenzverwalters der Wohnungsbaugesellschaft Leipzig AG-West enthüllt Details zu einer der größten Anlegerpleiten in Deutschland. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, ließen sich nach dem Schreiben des Juristen Lucas Flöther rund 40.000 Anleger in den vergangenen Jahren von üppigen Zinsen locken und steckten ihr Geld in Anleihen der WBG.

Was sie nicht ahnten: Zwischen 37 Prozent und 58 Prozent ihrer Einzahlungen wurden laut Gutachten an Jürgen Schlögel, den "faktischen Geschäftsführer" und Hauptaktionär der WBG, weitergereicht. Mehr als 104 Millionen Euro sollen so direkt und indirekt in die Kassen des Nürnberger Kaufmanns geflossen sein, zum Großteil ohne Rechtsgrundlage.

Somit würden "gegen Schlögel Forderungen in Höhe von mindestens 56 Millionen Euro bestehen", so Flöther. Schlögels Vermögen ist laut Gutachten auf rund vier Millionen Euro geschmolzen. Und bei der WBG stehen Unternehmenswerten von 48 Millionen Euro Schulden von 312 Millionen Euro gegenüber.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen Verdachts auf Untreue, Betrug und Insolvenzverschleppung. Schlögel äußert sich dazu nicht. Jetzt untersucht Flöther auch mögliche Schadensersatzansprüche gegen Wirtschaftsprüfer und Geschäftspartner der WBG.

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