Staatsanwalt ermittelt nach Greenpeace-Demo gegen Chef der Müller-Milch
Der Milchkönig schäumt

Theo Müller ist der Mann hinter Müller-Milch. Er hat aus einer winzigen Provinzmolkerei einen der größten europäischen Milchkonzerne geformt, in aller Stille. Müller gilt als bodenständig und zupackend, das haben jetzt auch die Umweltschützer von Greenpeace zu spüren bekommen – mit für Müller ebenfalls unangenehmen Folgen.

DÜSSELDORF. Der Chef der Unternehmensgruppe, die voriges Jahr fast 1,9 Milliarden Euro umsetzte, muss sich mit der Staatsanwaltschaft Augsburg herumschlagen. Sie ermittelt gegen Müller wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Und das kam so: Am Montag, dem Nikolaustag, hatten als Weihnachtsmänner verkleidete Umweltschützer vor dem Müller-Werk in Aretsried Öko-Joghurts verteilt und dagegen protestiert, dass Müller angeblich Milch von Kühen verarbeitet, die mit gentechnisch verändertem Mais oder Soja gefüttert würden. Wenige Wochen zuvor hatte Greenpeace vor dem Oberlandesgericht Köln das Recht erstritten, Müller-Milch „Gen-Milch“ zu nennen.

Herr Müller und die Seinen fanden die Nikolaus-Aktion daher gar nicht lustig. Im Laufe der nicht angemeldeten Demonstration erschienen daher der Werksschutz und der Chef persönlich. Dabei soll es deftig zugegangen sein.

Der 64 Jahre alte Müller ist einer der umstrittenen großen Mittelständler. Immer wieder hat er mit seinen Geschäftspraktiken Widerstand erregt. Vor zwei Jahren protestierten Bauern gegen seine Preispolitik. Voriges Jahr drohte Müller, er werde sich wegen des räuberischen deutschen Erbschaftsteuer-Rechts in die Schweiz absetzen.

Quelle: Pablo Castagnola
Christoph Hardt
Handelsblatt / Ressortleiter
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