Staatsanwaltschaft Bochum
Spezialität: Große Fische

Dieser Fall könnte der Coup ihres Lebens werden. Er könnte ihre Namen für immer zu einer ärgerlichen, dreckigen Fußnote in der bislang so blitzsauberen Biografie von Post-Chef Klaus Zumwinkel machen. Die Staatsanwaltschaft Bochum ist nur Wenigen ein Begriff. Dabei hat sie es besonders auf die großen Fische abgesehen.

BOCHUM. Momentan müssen sie erst einmal den Preis zahlen für ihren Eifer. "Ich hänge seit Mittwoch, 23 Uhr, am Apparat", stöhnt der Bochumer Oberstaatsanwalt Hans Krück. -Ulrich Auch sein Kollege, Bernd Bienioßek, in dessen Büro die beiden sitzen, bedient ermattet das pausenlos klingelnde Telefon. "Sie kennen doch Paragraf 30 AO", stöhnt er den Journalisten meist nur knapp entgegen. "Steuergeheimnis."

Es ist Tag eins der Strafverfolgung von Zumwinkel. Seit Donnerstagfrüh melden die Nachrichtenagenturen, was dem ZDF offenbar früher als anderen bekannt war. Dass Zumwinkel Millionen am Fiskus vorbei nach Liechtenstein transportiert haben soll. Die Staatsanwälte sind sich ihrer Sache sicher, auch wenn sie die Namen der Beschuldigten nicht nennen wollen. "Wir haben einen Durchsuchungsbeschluss bekommen und einen Haftbefehl", sagt Krück. "Das sagt doch alles." Nur über die undichte Stelle in ihrer Behörde sind sie noch immer geschockt. Im Computer seien die Verfahren ohne Täternamen geführt worden. "Und die Akten wurden nur von Hand zu Hand gereicht", klagt Bienioßek.

Eine Panne, die ungewöhnlich ist für die Staatsanwaltschaft Bochum. Krück, Bienioßek und die im Zumwinkel-Verfahren federführenden Staatsanwälte Eduard Gürhoff und Margit Lichtinghagen sind Profis und geübt im Umgang mit großen Fischen. Ihre Namen stehen in Verbindung mit der Aufklärung zahlreicher Steuerhinterziehungen, die dem deutschen Fiskus am Ende Milliarden Euro einbrachten. Allen voran die Batliner-Fälle.

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