Staatsanwaltschaft kritisiert Lügen und Betrug
Enron-Verteidiger fordert Freispruch in allen Anklagepunkten

Im Betrugs-Prozess um die spektakuläre Enron-Pleite, des ehemals größten Energiehändlers der Welt, hat die Verteidigung am Dienstag in Houston (Texas) Freispruch gefordert.

HB HOUSTON/WASHINGTON. In seinem Schlussplädoyer zeichnete der Verteidiger des Hauptangeklagten, des ehemaligen Unternehmenschefs Jeffrey Skilling, das Bild eines völlig Unschuldigen, berichtete der Gerichtsreporter des „Houston Chronicle“. Die Anklage habe keine Betrugsabsicht nachgewiesen, sagte Daniel Petrocelli zu den zwölf Geschworenen. Skilling, dem Betrug und Verschwörung in 28 Fällen vorgeworfen wird, müsse deshalb in allen 28 Punkten freigesprochen werden.

Er zog die Aussage des Kronzeugen der Anklage, des ehemaligen Finanzchefs Andrew Fastow, in Zweifel, berichtete die Zeitung. Fastow habe die Sorge haben müssen, dass die Staatsanwaltschaft seine Frau erneut zur Rechenschaft ziehe, falls er deren Version der Ereignisse nicht voll unterstütze, sagte Petrocelli.

Die Staatsanwaltschaft hatte Skilling und dem Mitangeklagten, Ex- Enron-Boss Kenneth Lay, in ihrem Schlussplädoyer am Montag Lügen und Betrug vorgeworfen. „Ziehen Sie sie für diese Lügen zur Verantwortung“, sagte Anklägerin Kathryn Ruemmler an die Geschworenen gewandt. Nach Überzeugung der Anklage verschleierten die beiden die prekäre Finanzlage und führten Investoren und Mitarbeiter in die Irre, während sie sich selbst großer Aktienpakete entledigten.

Das Unternehmen brach nach dem Aufdecken der hohen Verschuldung Ende 2001 zusammen. Ex-Finanzchef Fastow hatte Verbindlichkeiten in Millionenhöhe in dubiosen Partnerschaften versteckt, von denen er selbst finanziell in großem Stil profitierte. Er hat sich schuldig bekannt und war zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Lay und Skilling bezichtigen ihn, das Unternehmen, einst eines der zehn größten in den USA, im Alleingang in den Ruin getrieben zu haben.

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