Staatsfinanzierer Depfa
Die drei aus der Debakel-Bank

Trotz Finanzkrise konnte der ehemalige Chef des Staatsfinanzierers Depfa, Gerhard Bruckermann, sein Institut an HRE-Chef Georg Funke verkaufen. Den Deal wird Funke wohl ewig bereuen, denn in der Nacht zum Montag brachte die Sparte die HRE an den Rand des Ruins. Auch Aufsichtsratschef Kurt Viermetz steht nun in der Kritik. Die Finanzierungskünstler.

FRANKFURT/MÜNCHEN. Den Ausstieg hat er rechtzeitig geschafft, weiter mitmachen wollte Gerhard Bruckermann, ehemaliger Chef des Staatsfinanzierers Depfa nicht - Glück gehabt. Trotz Finanzkrise verscherbelte er im Oktober vergangenen Jahres die Depfa an die Hypo Real Estate (HRE). Charmant, gewandt, gewitzt verkaufte der Mann, der bekannt ist für sein Dauerlächeln, damals sein Institut an die Hypo Real Estate und machte Kasse: Mehr als 100 Mill. Euro waren laut Insidern in seinem Abschiedspaket.

Danach wollte der Manager, der seit Jahren als bestbezahlter Banker Deutschlands gilt und mehr verdient haben soll als Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, mit seinem ehemaligen Unternehmen nichts mehr zu tun haben. "Aus persönlichen Gründen" machte er im Mai einen Rückzieher, als ihn die Aktionäre auf der HRE-Hauptversammlung zum zweiten Mann im Aufsichtsrat machen wollten. Stattdessen widmet sich der ehemalige Deutschbanker lieber seinem Hobby als Apfelsinenzüchter mit eigener Plantage in Andalusien.

Weniger geruhsam wird es für seinen ehemaligen Geschäftspartner, HRE-Chef Georg Funke. Dessen Stuhl wird wohl wackeln nach dem Depfa-Debakel. In guten Zeiten wurde der Manager mit dem Ruhrpott-Dialekt für seine unkonventionelle, hemdsärmelige Art gelobt als Gegenpol zu den so glatten Investmentbankern. Doch nun, in der Krise, zeigt sich die Kehrseite. Kritiker werfen dem Vorstandssprecher Sturheit vor.

Seine Glaubwürdigkeit jedenfalls ist seit Anfang des Jahres angeschlagen. Die Hypo Real Estate werde gestärkt aus der Finanzmarktkrise hervorgehen, hatte er lange beteuert. Nur kurze Zeit später schockte er die Märkte mit der Bekanntgabe hoher Belastungen. Doch den Absturz des Aktienkurses an einem Tag um zeitweise mehr als 30 Prozent wertete er nicht als Zeichen, etwas falsch gemacht zu haben. Ein Zeichen von Funkes Geradlinigkeit sei das, sagen Vertraute. Wenn er von etwas überzeugt sei, dann vertrete er das, gleich, ob er damit gefalle oder nicht. Kritiker würden das wohl beratungsresistent nennen. Einig sind sich aber alle, dass Funke einer der besten Kenner der Immobilienmärkte in Deutschland ist und zunächst durchaus erfolgreich war.

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