Standort Deutschland
US-Unternehmen investieren hierzulande nur in Marketing und Vertrieb

Gut die Hälfte (58 Prozent) der rund 2000 in Deutschland ansässigen US-Unternehmen konnten ihren Umsatz im vergangenen Jahr steigern. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) erhöhten ihre Investitionen, 50 Prozent hielten sie auf Vorjahresniveau. Für das laufende Jahr erwarten die US-Investoren eine Geschäftsbelebung: 40 Prozent rechnen mit höheren Investitionen, 71 Prozent mit steigenden Umsätzen. US-Unternehmen investieren hierzulande vor allem in Marketing und Vertrieb, sowie in Forschung und Entwicklung.

Ein wachsender Teil des europäischen Investitionsbudgets fließt in den Auf- und Ausbau von Produktions- und Verwaltungsstätten in Osteuropa. Zu diesem aktuellen Stimmungsbild unter US-Investoren kommt die Amerikanischen Handelskammer (AmCham Germany) in ihrer jährlichen Umfrage. Der Erhebung zufolge hat Deutschland als Standort für Marketing- und Kompetenzzentren im Vergleich zum Vorjahr Prozentpunkte hinzugewonnen. Bei der Standortwahl für Verwaltungszentralen liegt Großbritannien an der Spitze, gefolgt von Deutschland und der Schweiz. Weniger attraktiv ist Deutschland für Finanzholdings: Nur 14 Prozent der Befragten würden sich für Deutschland entscheiden; die Schweiz, die Niederlande und Großbritannien bieten bessere Bedingungen.

Der Anteil der nach Deutschland fließenden Investitionen am europäischen Gesamtbudget der US-Unternehmen ist nach wie vor beträchtlich: 30 Prozent der Befragten investierten hierzulande mehr als 40 Prozent ihres Europabudgets. Allerdings hat sich die Gewichtung verschoben: Während US-Unternehmen in Deutschland vor allem in den Ausbau von Vertrieb, Marketing und Forschung & Entwicklung investieren, planen sie in den personalintensiven Wertschöpfungsstufen Produktion und noch stärker in der Verwaltung ein Abbau der Investitionstätigkeit. Im laufenden Jahr planen fast ein Drittel der befragten US-Unternehmen, in Deutschland Personal abzubauen.

Die europäischen Investitionen von US-Unternehmen verschieben sich zunehmend nach Osteuropa. Jedes fünfte der befragten Unternehmen (19 Prozent) plant eine Verlagerung einzelner Geschäftsaktivitäten in andere europäische Länder. Für 26 Prozent der US-Unternehmen ist Osteuropa dabei zur wichtigsten Region für Konzerninvestitionen aufgestiegen; im Vorjahr hatten erst 13 Prozent der befragten US-Firmen dort ihren Investitionsschwerpunkt gesehen. US-Unternehmen schätzen Osteuropa vor allem wegen niedriger Lohnkosten und geringer Regulierungsdichte. Polen, Tschechien oder die Slowakei gelten als die attraktivsten Arbeitsmärkte in Europa - gefolgt von Großbritannien und Irland.

Für die Erhebung befragte die Amerikanische Handelskammer die 100 umsatzstärksten sowie als besonders innovativ geltende US-Unternehmen in Deutschland, wie sie die Attraktivität des Standortes, Konjunktur und Wachstum einschätzen. Die teilnehmenden Unternehmen repräsentieren einen Jahresumsatz von mehr als 100 Milliarden Euro.

www.amcham.de

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