Standort-Studie
Investitionen in China steigen

Das Krisenjahr 2009 hat weltweit einen Rückgang der Auslandsinvestitionen mit sich gebracht. Doch schon Ende vergangenen Jahres zeigten sich erste Anzeichen der Erholung, und dieses Jahr geht es wieder aufwärts. Das zeigt die Studie „Globale Standort-Trends“, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.
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DÜSSELDORF. Das Krisenjahr 2009 hat weltweit einen Rückgang der Auslandsinvestitionen mit sich gebracht. Doch schon Ende vergangenen Jahres zeigten sich erste Anzeichen der Erholung, und dieses Jahr geht es wieder aufwärts – die Globalisierung hat nur eine Pause eingelegt. Das zeigt die Studie „Globale Standort-Trends“ der IBM-Sparte Plant Location International (PLI), die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

„Nach der Krise überdenken jetzt viele Konzerne grundsätzlich ihre globale Arbeitsteilung“, sagt Roel Spee, Chef der Sparte. „Sie prüfen, ob sie in den richtigen Ländern produzieren und Dienstleistungen erbringen.“ Bei Standortentscheidungen gehe es nur noch selten rein um Kosten, sondern meistens um eine gute Kombination aus stabilen Rahmenbedingungen, gutem Personal und vernünftigen Kosten.

Unter den größten Auslandsinvestoren der Welt belegt Deutschland weiterhin den zweiten Platz hinter den USA. Als Zielland für Investitionen deutscher Unternehmen verteidigten 2009 die USA den Spitzenplatz vor China und Indien. Mehr als ein Drittel der deutschen Investoren kommt aus der Auto- und Verkehrsbranche.

Insgesamt fließen deutlich weniger Investitionen nach Deutschland hinein als von hier ausgehen. Unter den Zielländern für grenzüberschreitende Investitionen liegen unverändert die USA, Indien und China vorne. Die Aufsteiger sind Mexiko, das sich an Großbritannien vorbei auf den vierten Platz schob, und Malaysia und die Philippinen, die große Sprünge auf die Ränge sechs und sieben machten.

Die Philippinen verdrängten sogar das viel größere Indien vom Spitzenplatz als Investitionsziel für unternehmensnahe Dienstleistungen. Deutschland fiel in der Rangliste der Zielländer von Rang elf auf 17 zurück – nach einem allerdings gegen den Trend guten Jahr 2008. Die Zahl der durch Auslandsinvestoren neu geschaffenen Arbeitsplätze halbierte sich auf nur noch 10 661.

Die Untersuchung von IBM-PLI hebt sich insofern von anderen Investitionsstudien ab, als sie nur tatsächliche neue Ansiedlungen ausländischer Investoren misst und die Rangfolge nach Zahl der dabei geschaffenen Arbeitsplätze aufstellt. Übernahmen durch ausländische Firmen lässt sie außen vor. Die Beratungsfirma wertet dafür Daten nationaler und regionaler Wirtschaftsförderer ebenso aus wie weltweite Presseberichte über Investitionsprojekte.

Innerhalb Deutschlands hat 2009 die Hauptstadt Berlin die Finanzmetropole Frankfurt als erste Anlaufstelle für Auslandsinvestoren überholt. International bekleidet Berlin jedoch nur den 38. Platz in der Städte-Rangliste. Hier bleibt London vorne. Unter den Bundesländern konnten nur Sachsen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mehr Auslandsinvestitionen anziehen als im Vorjahr.

Investitionsziel Nummer eins ist hier Nordrhein-Westfalen, dessen Anteil um die Hälfte auf 21 Prozent stieg. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Baden-Württemberg und Berlin. Bei den Branchen lösten Elektronik und Chemie den Maschinenbau und die Autoindustrie an der Spitze ab.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom

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  • Warum wird nicht die Zahl ALLER durch investitionen neu geschaffenen Arbeitsplätze miteinander verglichen? Wieso werden nur ausländische investitionen betrachtet und die im eigenen Land getätigten investitionen ausgeklammert? Sind ausländische investitionen etwa besser als inländische? Wie will man mit so einer Statistik auf die Standort-Qualität schließen?

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