Star-Journalist Kevin Sites wagt ein Medienexperiment
Yahoos Mann im Kampfgebiet

Die meiste Zeit reist er allein. Auf dem Rücken 40 Pfund Gewicht: Kameras, Kassetten, Notizblock, Satelliten-Telefon und Taschen-PC. Kevin Sites ist Reporter, „Multi-Media-Journalist“, wie sich der 42-Jährige selbst beschreibt.

HB SANTA MONICA. Ab heute wird er der erste Auslandskorrespondent von Yahoo. Exklusiv für das Internet-Portal soll er ab Ende des Monats aus den Krisengebieten dieser Welt berichten, alle Gegenden, in denen Konflikte mit Waffen ausgetragen werden, soll er innerhalb eines Jahres bereisen. Es ist ein Internet-Experiment, das einen neuen Maßstab setzen könnte: Denn Sites will unter hotzone.yahoo.com Texte schreiben, Audio-Dateien und kleine Videofilme online stellen.

Zweifelsohne ist die „Hot Zone“, wie das Online-Journal heißen wird, ein „Testprogramm für andere innovative Programme im Entertainment und auch Sportbereich“, meint Patrick Mahoney, Analyst des Medienforschers Yankee Group.

Schon heute hat Stiles Stempel in seinem Pass, die so mancher Grenzer nur selten sieht: Irak, Afghanistan und aus afrikanischen Staaten. Der gelernte TV-Journalist war der erste Reporter, der von toten Amerikanern in Afghanistan berichtete. Er entkam dem Tod nur knapp, als er und ein dreifköpfiges Fernsehteam im Irak von Rebellen gekidnappt wurden. Vier Stunden in Fesseln, vier Stunden zähe Verhandlungen durch einen kurdischen Übersetzer. Sein Equipment wurde ihm genommen. Seine Freiheit bekam er geschenkt.

„Keine Frage, Kevin ist einer der letzten großen Abenteurer unserer Zeit“, sagt sein neuer Boss Lloyd Braun, der das Media and Entertainment Department bei Yahoo im kalifornischen Santa Monica leitet. Sites ist ein Querdenker, manche sagen ein Querulant. Der Mann, der vom äußeren eine Mischung aus Indiana Jones und Orlando Bloom abgibt, löste in den Staaten große Diskussionen aus, als er im vergangenen Jahr im irakischen Falludscha einen US-Marine dabei filmte, wie er einen verletzten und auf dem Boden liegenden Iraki erschoss. „Vaterlandsverräter“ und „Terroristen-Freund“ waren noch die harmloseren Vorwürfe, die er sich anhören musste.

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