Start-ups
Auf halber Strecke verdurstet

Wer eine Firma gründen will, der hat es nicht leicht. Rund zwei Drittel aller Neugründungen haben in ihren Anfängen mit lebensbedrohlichen Problemen zu kämpfen, viele gehen daran zugrunde. Dabei sind es immer die gleichen Fehler, die Start-up-Unternehmer machen. Das Handelsblatt listet auf, woran es zumeist hapert.

DÜSSELDORF. Einer neu gegründeten Firma einen Namen zu geben scheint einfach. Ihn zu behalten dagegen schwer: Der Verein Deutscher Ingenieure hat herausgefunden, dass von 1 000 befragten Start-up-Unternehmen ein Viertel innerhalb des ersten Jahres den Namen wieder ändern muss. Grund: Verletzung von Markenrechten.

Das kann kostspielige Folgen haben, etwa Strafzahlungen und die Vermarktung eines neuen Namens - im Extremfall kann dies für Jungunternehmen das Aus bedeuten.

Die falsche Namenswahl fürs Unternehmen ist ein typischer Anfängerfehler von Gründern, der durch Vorarbeit hätte vermieden werden können. Aber nicht der einzige: Die Deutsche Ausgleichsbank hat ermittelt, dass zwei Drittel aller Neugründungen mit ernsten Problemen zu kämpfen haben. Häufig unterschätzen die Jungunternehmer Wettbewerb und finanzielle Belastungen. Nach fünf Jahren Selbstständigkeit überlebt nur knapp die Hälfte aller Start-ups.

Dabei lassen sich viele Probleme schon vor der Gründung erkennen und beheben. So ist bei 25 Mill. Markennamen weltweit die Wahrscheinlichkeit groß, dass man mit dem Namen der neuen Firma bestehende Rechte verletzt.

Tiefgehende Recherche und Vorbereitung vor dem Start ist laut Experten der Schlüssel für den Gründungserfolg. "Einer der häufigsten Fehler ist ein nicht durchdachter Business-Plan", sagt Andreas Rams von der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers.

Vor allem die Einschätzung der Entwicklung erweist sich oft als naiv. Rams: "Man plant für jedes Jahr steigende Umsätze ein, ohne diese mit konkreten Preis- und Mengenänderungen begründen zu können." Gründer sollten genau ausarbeiten, wie viel sie absetzen können, und den Preis entsprechend kalkulieren.

Eine klare Analyse der Konkurrenzsituation vor der Gründung gilt ebenso als wichtiger Faktor für den Erfolg. "Oft bekommen wir zu hören: ,Wettbewerber gibt es nicht, wir sind die Ersten?", erzählt Andreas Bertsch vom Karlsruher Netzwerk Cyberforum, das sich der Beratung von Existenzgründern aus der Technologiebranche verschrieben hat. Er empfiehlt allen Gründern, vorab nach ihrer Idee im Internet und auf Messen zu suchen, ob es das Produkt nicht schon gibt.

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