Stefan Fanderl
Wal-Mart holt sich Ex-Rewe-Vorstand

Stefan Fanderl soll dem US-Handelsriesen den Weg nach Russland ebnen. Der 44-jährige Sohn eines bayerischen Edeka-Händlers bringt dafür gute Voraussetzungen mit. Schon bei der Metro kümmerte er sich um die Internationalisierung von Vertriebslinien.

Bei seinem bislang erfolglosen Bemühen, den russischen Markt zu erobern, setzt der amerikanische Handelsgigant Wal-Mart auf deutsche Tatkraft. Ab sofort soll der 44-jährige Ingolstädter Stefan Fanderl den Markteintritt in dem 142-Millionen-Einwohner-Land vorbereiten. Den ehemaligen Rewe-Vorstand habe man zum „President of Wal-Mart Emerging Markets – East“ ernannt, teilte der mit 375 Milliarden Dollar Jahresumsatz weltgrößte Einzelhändler gestern mit.

Seit acht Jahren schon sondieren die Amerikaner den ebenso schwierigen wie boomenden Einzelhandelsmarkt in Russland, der mit einem Gesamtvolumen von 420 Milliarden Dollar zwei Drittel so groß ist wie der deutsche. Doch anders als Metro, Rewe oder Carrefour verzichtete Wal-Mart bislang auf einen Einstieg in Russland. Der Konzern brach 2005 Gespräche über einen möglichen Kauf der Supermarktkette Ramstore ab. Dennoch verkündete Wal-Mart-Vizepräsident Mike Bratcher vor einem Jahr: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Verbraucher des Landes bald eine neue Auswahlmöglichkeit bekommen.“

Das Versprechen soll nun offenbar Stefan Fanderl einlösen. Der forsche Handelsmanager, Sohn eines bayerischen Edeka-Händlers, hat dazu die besten Voraussetzungen. Schon 1997 koordinierte er beim Düsseldorfer Metro-Konzern als Abteilungsleiter Internationalisierung die Expansion von Vertriebslinien wie Real und Cash & Carry. Ein Jahr später wechselt der Diplomkaufmann in die Geschäftsführung der polnischen Real-Landesgesellschaft nach Warschau.

Auch für die Kölner Rewe organisiert er seinerzeit den Marsch nach Osten. Als Vorstand der fürs Auslandsgeschäft verantwortlichen Konzerntochter Eurobilla steuert der Verbrauchermarktexperte seit 2001 das Osteuropageschäft.

In Branchenkreisen gilt Fanderl als außerordentlich ehrgeizig. Als ihm Rewe 2005 den Aufstieg in den Konzernvorstand verwehrt, lässt die „Lebensmittelzeitung“ das bis heute unbestätigte Gerücht verkünden, Fanderl wechsele zum Konkurrenten Edeka nach Hamburg.

Kurz darauf machen die Kölner ihm dann doch in ihrem Führungsgremium Platz. Das verlässt er aber, kurz nach dem Abtritt seines Mentors Achim Egner an der Konzernspitze, im vergangenen Sommer überraschend – um sich „neuen Herausforderungen zu stellen“, wie es damals vielsagend heißt.

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