Stefan Larsson
Ralph-Lauren-Chef tritt nach Streit zurück

Der Chef der US-Modefirma Ralph Lauren tritt überraschend ab. Es gab Meinungsverschiedenheiten mit dem Gründer. Mit einem Sparprogramm und kleinerer Kollektion soll die Rückkehr zu alten Erfolgszeiten gelingen.
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New YorkDer Chef des US-Modeunternehmens Ralph Lauren hat nach nur gut einem Jahr seinen Rücktritt eingereicht. Stefan Larsson werde den Spitzenposten am 1. Mai räumen, teilte die Firma am Donnerstag in New York mit. „Wir haben festgestellt, dass wir verschiedene Ansichten dazu haben, wie die kreativen und verbraucherbezogenen Bereiche des Geschäfts zu entwickeln sind“, erklärte Unternehmensgründer Ralph Lauren.

Einen Ersatz für Larsson gebe es noch nicht, die Suche nach einem Nachfolger laufe nun an. Interimsweise soll Finanzchefin Jane Nielsen das Zepter übernehmen.

Anleger reagierten schockiert, die Aktie fiel vorbörslich um über zehn Prozent. Auch die zeitgleich veröffentlichten Zahlen für das dritte Geschäftsquartal fielen durchwachsen aus. Die Erlöse sanken verglichen mit dem Vorjahreswert um zwölf Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro). Der Überschuss ging von 131 auf 82 Millionen Dollar zurück. Besonders schlecht lief es mit einem Minus von 15 Prozent in Nordamerika. Den größten Einbruch erlebte der US-Konzern im Großhandelsgeschäft, das um ein Viertel absackte.

Beim Modekonzern mit Sitz in New York läuft es schon länger nicht mehr so gut wie in den Erfolgsjahren. So stieg der Umsatz 2015 nur knapp von 7,45 auf 7,62 Milliarden Dollar. Im vergangenen Jahr sank er wieder auf das Niveau des Vorjahres.

Das Unternehmen wurde 1967 von Ralph Lauren in New York gegründet. Er wurde bekannt, als er in den 1970er-Jahren Schauspieler für Filme ausstattete, so etwa Robert Redford für „Der Große Gatsby“. Schließlich brachte er das Unternehmen 1997 an die Börse. Der heute 77-Jährige ist noch immer Chairman des weltweit tätigen Konzerns und hielt zuletzt rund 74 Prozent der Stimmrechte. Er gehört so zu den internationalen Größen in der Modebranche, die wie der 81-jährige Italiener Giorgio Armani in ihrer Lebenszeit große Modekonzerne aufgebaut haben. Ralph Lauren kämpft deshalb darum, sein Lebenswerk auch langfristig abzusichern.

Der Ralph Lauren Corporation geht es trotzdem besser als vielen US-Modekonzernen. So sind Unternehmen wie GAP, Abercrombie & Fitch und American Apparel in den vergangenen Jahren abgestürzt, weil sich die Konzepte überlebt haben. So schlecht geht es Ralph Lauren nicht, wenn auch im dritten Quartal der Nettogewinn und 32 Prozent auf 128 Millionen US-Dollar einbrach. Ralph Lauren hat bereits ein Programm gestartet, um die Kosten zu senken. So hat er die Kollektion deutlich verkleinert und zwölf Läden geschlossen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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