Steigende Finanznot der Bürger
Zahl der Gerichtsverfahren nimmt zu

Die wirtschaftliche Schwäche tritt zunehmend zutage: Immer mehr Deutsche geraten in finanzielle Not und werden vor die Amtsgerichte geladen.

HB BREMEN. So wurde rechnerisch 2004 alle 30 Sekunden eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben, berichtete die Seghorn Inkasso GmbH (Bremen). Hierfür musste hochgerechnet jeder 77. Bürger zum Gericht. Alle 20 Sekunden ergingen Pfändungs-und Überweisungsbeschlüsse. Insgesamt wurden 2004 mit rund 3,6 Millionen Gerichtsvorgängen 3,3 Prozent mehr Vollstreckungen, Zwangsversteigerungen und Zwangsverwaltungen als 2003 registriert.

Für 2005 rechnet Geschäftsführer Stephan Jender mit keiner Besserung: "Die Situation wird sich weiter zuspitzen." Seghorn Inkasso gehört zu den größten konzernunabhängigen Inkasso- Unternehmen-Deutschlands. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben erstmals eine Vollstreckungs-Landkarte für Deutschland erstellt.

Stärkste Zunahme in Thüringen

Im Ländervergleich gab es danach im vergangenen Jahr die meisten Vollstreckungen mit 59,4 pro 1000 Einwohner in Berlin, die wenigsten mit 37,1 in Bayern. Die stärkste Zunahme verzeichnete Thüringen mit plus 7,6 Prozent vor Sachsen-Anhalt mit plus 6,1 Prozent und Bayern mit plus 5,6 Prozent. Einen Rückgang der Vollstreckungsvorgänge meldete Schleswig-Holstein mit minus 1,3 Prozent vor Brandenburg mit minus 1,0 Prozent und dem Saarland mit minus 0,7 Prozent.

Deutlich zugenommen habe auch die Zahl der Fälle, in denen der Immobilienbesitz "unter den Hammer" kommt, berichtete Seghorn. 2004 wurden mit 91 991 Fällen 5,5 Prozent mehr Zwangsversteigerungen von Immobilien in die Wege geleitet. Etwa alle sechs Minuten werde mittlerweile eine Zwangsversteigerung beim Amtsgericht beantragt. (Internet: » www.vollstreckungslandkarte.de)

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