Stephen Schwarzman
Bescheiden bei Blackstone

Noch vor einem Jahr warf Blackstone-Gründer Stephen Schwarzman nur so um sich mit den Millionen. Doch weil seine Beteiligungsfirma im vergangenen Jahr einen Verlust von 1,33 Mrd. Dollar einfuhr, wird auch der Chef bescheiden. Nur noch 350 000 Dollar überweist ihm das Unternehmen dieses Jahr. Trotzdem spuckt der Manager schon wieder große Töne.

NEW YORK. Was er auch anpackt, es fällt eine Nummer zu groß aus: Seinen 60. Geburtstag feierte Stephen Schwarzman pompös in der New Yorker Armory, einer Lieblingslocation der Schönen und Reichen. Allein den Auftritt von Pop-Ikone Rod Stewart, ließ er sich eine Mio. Dollar kosten. Er lebt in einer 35-Zimmer-Wohnung an Manhattans Park Avenue, Kaufpreis 37 Mio. Dollar. Zu seinen Immobilien gehören ein Landgut in Florida (20 Mio.) und ein Anwesen in den Hamptons (34 Mio.).

Und ausgerechnet dieser Schwarzman, Gründer und Chef der Beteiligungsfirma Blackstone verzichtet jetzt fast vollständig auf sein Gehalt: Nur noch 350 000 Dollar überweist ihm das Unternehmen, das er vor fast einem Vierteljahrhundert gründete. Das sind Peanuts im Vergleich zu den 180 Mio. Dollar aus dem Vorjahr und zuzüglich jener 684 Mio. Dollar Sonderprämie für den Börsengang im Juni. „Ich bin jeden Penny wert“, röhrte er damals Kritikern entgegen. Als Mitglied einer „Clique piratenhafter Führungskräfte“ schmähte ihn daraufhin das Wirtschaftsmagazin Businessweek.

Doch inzwischen übt sich der 62-Jährige mit den Silberhaaren, der im privaten Gespräch so ruhig und bescheiden auftritt, auch öffentlich in Zurückhaltung. – Kein Wunder, sondern Berechnung: Blackstone machte im vergangenen Jahr 1,33 Mrd. Dollar Verlust. Der Aktienkurs sank um 70 Prozent. Da ist Bescheidenheit das einzige Mittel, wütende Anleger zu besänftigen. Und arm wird ihn das nicht machen: Sein privates Vermögen wird auf 6,4 Mrd. Dollar geschätzt.

Die Laune scheinen Schwarzman zudem weder die Krise noch der Gehaltsknick verdorben zu haben: In der Krise seien Kapitalanlagen zu historisch niedrigen Preisen zu haben, jubelt er, „die höchsten Gewinne wurden schon immer in der Rezession gemacht.“ – Na dann klappt’s im kommenden Jahr bestimmt auch wieder mit dem Super-Salär.

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