Stephen Schwarzman
Blackstone-Chef taucht ab

Kaum im Scheinwerferlicht der Börse, wünscht sich Stephen Schwarzman offenbar die Heimeligkeit eines privaten Finanzinvestors zurück. Der Chef der Private-Equity-Firma Blackstone ist nach einer furiosen PR-Kampagne in eigener Sache einfach abgetaucht. Nicht mal zum milliardenschweren Angebot für die US-Hotelkette Hilton erschien er auf der Bildfläche. Wo steckt Schwarzman?

NEW YORK. Als das "Wall Street Journal" kürzlich unter dem Titel "Deal & Dealmaker" die Giganten der Wall Street zu einem Gedankenaustausch in die New Yorker Börse eingeladen hatte, kam alles, was in der Finanzszene Rang und Namen hat. Von Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein über US-Finanzminister Hank Paulson bis hin zum Großinvestor Carl Icahn. Nur einer fehlte: Stephen Schwarzman. Ausgerechnet der "neue König der Wall Street" (Fortune) hatte ohne Begründung abgesagt.

Die Gastgeber machten eine nicht ganz ernst gemeinte Blitzumfrage unter den rund 100 anwesenden Finanzprofis. Mehr als 40 Prozent waren der Meinung, Schwarzman habe gekniffen, weil es bei dem Branchentreffen keine 400 Dollar teuren Krebse zum Mittagessen gebe. Das Journal hatte zuvor berichtet, dass es sich um eine der Lieblingsspeisen des Blackstone-Chefs handele.

Es war nicht der einzige öffentliche Anlass, bei dem Schwarzman fehlte. Der Rückzug deutete sich schon am historischen Tag des Börsengangs an. Der Finanzinvestor verzichtete darauf, die berühmte Glocke zum Handelsauftakt an der New Yorker Börse zu läuten. Er zeigte sich auch später auf dem Parkett nicht.

Und dabei hatte Schwarzman monatelang auf diesen Tag hingearbeitet. 17 Investmentbanken und zwei PR-Agenturen haben den Börsengang begleitet und die Werbetrommel bei den potenziellen Anlegern gerührt. Für die größte Aufmerksamkeit sorgte jedoch der Blackstone-Chef selbst, indem er den Schleier lüftete, der bislang das Leben der Buy-out-Könige verdeckt hatte. Bereits im Januar traf sich Schwarzman mit den Mächtigen der Welt beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Ein paar Wochen später ließ er sich auf einer denkwürdigen Geburtstagsparty in einem alten Waffenlager an der feinen Park Avenue in Manhattan von mehreren hundert Freunden feiern. Alles unter dem Blitzlichtgewitter der Boulevardpresse.

Beim Branchentreffen in Frankfurt mokierte er sich noch über die börsennotierten Unternehmen. "Öffentliche Märkte würden überschätzt", sagte Schwarzman. Nebenbei ließ der Finanzakrobat durchblicken, dass er sich ein Dax-Unternehmen in der Größenordnung von 50 Mrd. Dollar angeschaut habe. Anfang März folgte dann die Krönung im US-Magazin Fortune zum "New King of Wall Street".

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