Steuer-Affäre
Hoeneß soll auf T-Aktien gewettet haben

Medienberichten zufolge soll sich Uli Hoeneß mit Aktien der Deutschen Telekom verspekuliert und Millionen Euro verloren haben. Damit hätte die T-Aktie neben den tausenden Kleinanlegern auch ein prominentes Opfer.
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Berlin/DüsseldorfLaut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ soll sich Uli Hoeneß mit Aktien der Deutschen Telekom verspekuliert haben. Dabei habe es sich um Werte in Millionenhöhe gehandelt. Das Blatt will diese Information aus Münchener Justizkreisen erfahren haben.

Die Geschichte der T-Aktie ist auch für viele deutsche Kleinanleger eine schmerzhafte Erinnerung. Nach einem beispiellosen medialen Tam Tam ging die Telekom 1996 an die Börse. Bekannte Werbeträger für die neue Volksaktie waren vor allem die Tatortermittler Manfred Krug und Charles Brauer. Der Einführungspreis der T-Aktie betrug damals 28,50 D-Mark. Schon am ersten Handelstag sprang der Kurs auf über 33 Mark, umgerechnet 17,33 Euro. Der Macher: Der damalige Telekom-Chef Ron Sommer.

Auch in den folgenden Monaten stieg die Aktie in ungeahnte Höhen. Der absolute Höhepunkt ist am 6. März 2000 erreicht – mit satten 103,50 Euro. Doch nach den „Bild am Sonntag“-Informationen soll Hoeneß danach weiterspekuliert haben. Und die T-Aktie begann ihren freien Fall. Im September 2001 unterschreitet sie den Kurs vom ersten Handelstag. Bereits Mitte 2002 stürzt die T-Aktie auf ein langjähriges Tief von 8,14 Euro.

Davon haben sich die Papiere – ungeachtet der Erfolge des Unternehmens – nie richtig erholt. Heute liegt der Wert leicht über 9 Euro. Auf der Hauptversammlung in der vergangenen Woche sah sich René Obermann gezwungen, den Kurs zu rechtfertigen. Wegen der strengen Regulierung sei es der Telekom trotz aller Anstrengungen nicht gelungen, den drastischen Preisverfall komplett zu kompensieren, sagte der Telekom-Chef am Donnerstag. „Unser Aktienkurs spiegelt die Branchenproblematik wider – er löst keine Jubelstürme aus.“

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  • Knasti, innerhalb Deutschlands trägt die Bank den Verlust vor, in speziellen Fällen wird das Finanzamt die Daten dort sicherlich abrufen.
    Wie es mit etwaigen Verlusten im Ausland aussieht, ist eine andere Frage. Normalerweise zahlt man, ob In- oder Ausland, Steuern auf positive Einnahmen und nicht auf Verluste. Die Verluste können natürlich die positiven Einnahmen verringern. Das ist doch auch der Grund, warum kaum ein DAX- oder internationaler Großkonzern in Deutschland nennenswert Steuern zahlt. Da geht's um ganz andere Summen als beim Hoeni. Eine Steuer-CD einzukaufen und auszuwerten erfordert nicht viel Grips. Aber leider sind die Geistesgaben unserer Finanzpolitiker überfordert, wenn es darum geht, die Konzerne in die Schranken zu weisen. Anderes Beispiel sind die 400 Milliarden (aktenkundig u.a. beim Eu-Parlament!!) der griechischen Reichen. Aber da kann man halt nichts machen, Achselzucken unserer Oberen.

  • @Pisa

    Zitat aus Ihrem 1. Kommentar:
    "Wieso muß er Steuern zahlen, wenn er Millionen Verlust gemacht hat? [...] Wundert mich etwas, dass kaum jemand im Forum diese simple Frage aufwirft."


    Ich kenne die Erklärungen ebenfalls nicht und sie interessieren mich auch nicht.

    Ein Teil meines Kommentars sollte eine mögliche Erklärung geben, weshalb der von Ihnen eingeräumte Sachverhalt nicht diskutiert wird. Den Fiskus interessieren nur noch die hinterzogenen Gewinne. Den Zeitpunkt der Verrechnung von Gewinnen mit Verlusten muss man schon in der entsprechenden Erklärung abgeben (Verlustvortrag/Nachtrag).

  • hoenEs honesT

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