Steuern + Recht
Scheidungstourismus lohnt sich nicht

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) will es Paaren erleichtern, sich scheiden zu lassen.

Mitte Februar legte sie einen Entwurf für die Reform des Verfahrens von 2008 an vor. Demnach müssten sich kinderlose Scheidungswillige vor Gericht nicht mehr von einem Anwalt vertreten lassen, wenn sie vorher notariell beglaubigte Trennungs- und Unterhaltsvereinbarungen unterschreiben. Damit würden sie Geld sparen, weil der Notar weniger kostet als ein Anwalt. Fast die Hälfte aller geschiedenen Ehen ist kinderlos.

Mit der Reform will Zypries auch den angesichts des langwierigen und teuren deutschen Verfahrens immer beliebter werdenden Scheidungstourismus eindämmen.

Der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin (FDP) ließ ausrechnen, dass allein in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr 414 Anträge auf Anerkennung ausländischer Scheidungen gestellt wurden, ein Zuwachs von 3,5 Prozent gegenüber 2004. "Scheidungstourismus lohnt sich in aller Regel nicht", warnt Mertin. Häufig würden die schnellen und billigen Scheidungen in Deutschland nicht anerkannt. Dann müssten die Scheidungswilligen nach dem gescheiterten Anerkennungs- noch ein offizielles Scheidungsverfahren durchstehen.

Auch die bayrische Justizministerin Beate Merk (CSU) warnt: "Die Fahrt nach Las Vegas spart den deutschen Scheidungsrichter nicht." Wenn beide Ehepartner Deutsche seien, hätten ausländische Scheidungsurteile meist keinen Bestand.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%