Steve Jobs schwer krank: Der nächste Steve Jobs schreitet ins Rampenlicht

Steve Jobs schwer krank
Der nächste Steve Jobs schreitet ins Rampenlicht

Tim Cook hat maßgeblich zum Erfolg von Apple beigetragen. Dabei wirkt der 48-Jährige meist im Schatten des charismatischen Steve Jobs. Da der sich krankheitsbedingt eine Auszeit nimmt, ruhen nun alle Augen auf seinem Stellvertreter. Sollte Cook den Härtetest bestehen, winkt ihm die mögliche Nachfolge.

DÜSSELDORF. Jetzt nur nichts falsch machen. Die kommenden fünf Monate werden für Tim Cook, den Chief Operating Office von Apple, die wichtigsten seiner Karriere sein. Das steht fest. Denn er ist jetzt „Mr. Apple“. Nummer eins des legendären Silicon-Valley-Unternehmens, des meistbewunderten Technologiekonzerns der Welt. Jedenfalls so lange, bis Steve Jobs wieder an die Spitze zurückkehrt. Falls er zurückkehrt. Denn Jobs ist krank, schwer krank. Darum nimmt er eine Auszeit und legt zum zweiten Mal seit 2004 – als er wegen einer Krebserkrankung behandelt wurde – die Geschicke Apples in die Hände Cooks.

Ausgerechnet in einer Zeit, wie sie schlimmer kaum sein könnte. Die US-Wirtschaft liegt am Boden, das Konsumklima wird rauer, die Konkurrenz zum iPhone formiert sich. Billige „Netbooks“ – internetoptimierte Laptops – dominieren den Markt, und Apple hat keins im Angebot. Zeiten, in denen ein Charismatiker und Visionär gefragt ist – und in denen ein stiller und fleißiger Organisator nun die Antworten liefern soll.

Am Mittwochabend war das Verwirrspiel vorbei. Steve Jobs musste eingestehen, dass er schwerer erkrankt sei als zunächst mitgeteilt. Das konterkarierte eine Nachricht aus der Vorwoche, als der 53-Jährige noch von einer „hormonellen Störung“ sprach, die „einfach zu behandeln sei“. Davor hatte er kurzfristig die traditionelle Keynote der Messe MacWorld abgesagt, angeblich nur, weil diese einfach nicht mehr wichtig sei.

Die Börse ist dieses Hin und Her mittlerweile mehr als leid. Die Aktie rauschte am Donnerstag weiter in den Keller, nachdem sie am Vortag schon zehn Prozent verloren hatte. Kein guter Einstand für den neuen starken Mann. Kein Unternehmen ist so stark mit der Persönlichkeit seines Chefs verschmolzen wie Apple. Gibt es für Apple eine Zukunft nach der Ära Steve Jobs? Cook muss die Antwort liefern.

Jeden seiner Schritte, alles, was er macht und sagt, und vor allem alles, was er nicht sagt und macht, werden Anleger, Analysten, Apple-Fans und Steve Jobs persönlich argwöhnisch beobachten, kommentieren, zerpflücken. Das wird nicht leicht sein für den 48-Jährigen. Denn das Rampenlicht ist nicht die Heimat des Südstaaten-Gentleman. Im persönlichen Gespräch ist der hochgewachsene Mann mit der sonoren Stimme ein angenehmer Gesprächspartner. Ruhig, aufmerksam und das komplette Gegenstück zum Über-Ego des Steve Jobs. Er kommandiert, aber er brüllt nicht, so ein Mitarbeiter, der ihn aus der Zentrale kennt. Ein Teamspieler und Zahlenmensch, der auch mitten in der Nacht ins Büro kommt, um mit Partnern in Europa oder Asien zu reden – aber eben im Hintergrund.

Besteht er nun den öffentlichen Härtetest, winkt als Belohnung zumindest die Pole-Position im möglichen Kampf um den Chefsessel. Denn ausgemacht ist noch lange nichts. Seine Wahl zum Interims-Chef ist keine endgültige Entscheidung. Im Gegenteil: Um den Schein der Normalität aufrechtzuerhalten (Steve Jobs: „Wir sehen uns im Sommer wieder“), musste der zweiten Man wie selbstverständlich das Ruder übernehmen. Alles andere hätte den offenen Machtkampf um Jobs’ Nachfolge eingeleitet.

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