Stolpern über Executive Life-Affäre
Credit Lyonnais-Chef tritt überraschend zurück

Wegen eines schwebenden Gerichtsverfahrens in den USA hat der Chef des französischen Finanzkonzerns Credit Lyonnais, Jean Peyrelevade, überraschend einen sofortigen Rücktritt von allen Ämtern angekündigt.

HB PARIS. In einer am Donnerstag in Paris verbreiteten Erklärung begründete Peyrelevade seinen Rücktritt als Vorsitzender und als Mitglied des Verwaltungsrates der Credit Lyonnais SA damit, dass die US-Staatsanwaltschaft im Verfahren um die Übernahme der US-Versicherung Executive Life, seinen persönlichen Fall von dem der Bank abtrennen will. Er wolle durch seinen Schritt „in Verhalten und Meinung“ frei bleiben können, sagte er.

Ferner legte Peyrelevade mit sofortiger Wirkung auch sein Amt als Verwaltungsratsmitglied bei der Credit-Lyonnais-Mutter Credit Agricole SA nieder. In der Affäre Executive Life aus dem Jahr 1993 hatten sich der französische Staat und Credit Lyonnais Anfang September zur Zahlung einer Schadenersatzsumme von 600 Millionen Dollar bereit erklärt. In dem Fall geht es um Junk Bonds über 3,25 Milliarden Euro aus dem Portfolio der bereits geschlossenen Versicherung, die die damals staatliche Credit Lyonnais 1993 vom kalifornischen Staat erworben hatte. Dies geschah im Jahr unter ihrem damaligen Chef Jean-Ives Haberer.

Die Bank soll die Übernahme über Strohmänner eingefädelt haben, um zu vertuschen, dass sie letztlich als staatliche französische Institution tätig wurde. Dies war nach US-Bundesgesetzen und kalifornischem Recht verboten.

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