Strafanzeige gegen MCI
Bernie Ebbers erneut unter Beschuss

Dem Ex-Chef des Telekomkonzerns Worldcom, Bernard Ebbers, droht ein Strafverfahren. Der Generalstaatsanwalt von Oklahoma stellte gestern Strafanzeige gegen ihn, fünf Geschäftspartner und das Unternehmen selbst, das jetzt MCI heißt.

HB NEW YORK. „Diese Personen und dieses Unternehmen sind bislang nicht ausreichend für ihr Verhalten bestraft worden“, sagte der Staatsanwalt gestern. „Ebbers wurde bis heute nicht einmal angeklagt.“

Der Staatsanwalt wirft Ebbers und dem Unternehmen vor, bewusst falsche Angaben gemacht zu haben, um einen höheren Preis für ihre Aktien zu erzielen. Damit habe der Konzern die Wertpapiergesetze des Bundesstaates Oklahoma gebrochen. Unter Ebbers verbuchte MCI/ Worldcom Kosten von 11 Mrd. $ fälschlicherweise als Investitionen. Der größte Bilanzbetrug der Geschichte trieb den zweitgrößten Ferngesprächeanbieter der USA in die Zahlungsunfähigkeit.

Die Klage kommt MCI höchst ungelegen. Denn bis zum Herbst will der Konzern gesund aus dem Gläubigerschutzverfahren kommen. Oklahomas Generalstaatsanwalt Emondson torpediert den Neustart. „Wir halten es für falsch, dass dieses Unternehmen versucht, trotz des Betrugs seine Geschäfte fortzuführen“, sagte er.

Bei MCI gab man sich gelassen. „Wir kennen die Details der Klage nicht, aber dass frühere Worldcom- Mitarbeiter betrogen haben, ist keine Neuigkeit“, konterte Sprecher Brad Burns. Während viele Behörden gegen Ex-Manager des Konzerns ermitteln, verzichteten sie bisher darauf, den Konzern anzuklagen. Grund war die Kooperationsbereitschaft des neuen Managements und die Gefahr, Dritte zu schädigen. Die Klage des Staatsanwalts von Oklahoma bricht nun diese Übereinkunft.

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