Strafprozess
Berninghaus kann auf Freispuch hoffen

Dem ehemaligen Rewe-Chef Ernst Dieter Berninghaus bleibt der Weg in das Gefängnis wahrscheinlich erspart: Im Strafprozess gegen ihn vor dem Kölner Landgericht plädierte der Staatsanwalt dafür, eine Haftstrafe von zwei Jahren zu verhängen und zur Bewährung auszusetzen.

HB KÖLN. Im Jahr 2000 hatte Berninghaus – damals als Mitglied der Rewe-Geschäftsleitung – für seinen Arbeitgeber den Kauf der Internetfirma Nexum eingefädelt und dabei heimlich vom Verkäufer 6,5 Millionen Euro Provision kassiert. Er hielt nicht nur die Zahlungen dem Finanzamt vor, in der Folgezeit erwies sich Rewes Neuerwerb, für den der Handelskonzern rund 25 Millionen Euro zahlte, zudem als weitgehend wertlos.

Bei dem Vergehen habe es sich um Untreue in einem besonders schweren Fall gehandelt, heißt es im Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Dass der Strafantrag dennoch das mögliche Höchstmaß von zehn Jahren weit unterschreitet, begründete der Kölner Staatsanwalt mit der Kooperationsbereitschaft des Angeklagten. Das Urteil gegen den 41-Jährigen soll am Freitagnachmittag verkündet werden.

Berninghaus hatte den Fehltritt gestanden, nachdem die Steuerfahndung Büroräume der Kölner Rewe-Zentrale durchsucht hatte. Zudem einigte er sich in einem Zivilverfahren mit seinem ehemaligen Arbeitgeber darauf, die 6,5 Millionen Euro an Rewe weiterzuleiten. Da Berninghaus inzwischen jedoch mittellos ist, blieb er dem Konzern bis heute 3,5 Millionen Euro schuldig.

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