Strategie-Umsetzung: Ein bisschen unwohl fühlen

Strategie-Umsetzung
Ein bisschen unwohl fühlen

Wenn André Stoffels seine Tätigkeit beschreibt, muss er immer ein bisschen ausholen. „Ich habe nicht die Kristallkugel, ich bin Netzwerker“, sagt der 38-Jährige. Stoffels sammelt Informationen. Was tanken Autos in Zukunft? Wie verändern sich die Automobilmärkte? Wie richten wir unsere Strategie darauf aus? Und vor allem: Wie stellen wir sicher, dass diese Strategie im Unternehmen umgesetzt wird?

MÜNCHEN | DÜSSELDORF. Stoffels ist Leiter des Strategiebüros des Autoherstellers Audi. Er muss das Große und Ganze im Blick behalten und ist mitverantwortlich dafür, dass auf Zielsetzungen Handlungen folgen. Die einst biedere Tochter des VW-Konzerns hat sich schließlich einiges vorgenommen. „Wir wollen der erfolgreichste Premiumanbieter der Welt werden“, sagen Audi-Manager unbescheiden.

Vier strategische Ziele haben sich die Ingolstädter gesetzt, die sie bis 2015 erreichen wollen. Sie wollen eine überdurchschnittliche Ertragskraft erreichen, Imageführer bei den Kunden sein. Audi soll 1,4 Millionen Autos weltweit absetzen und zum attraktivsten Arbeitgeber der Branche aufrücken.

Ähnliche Ansprüche und Ziele dürften die Audi-Konkurrenten und Platzhirsche BMW und Mercedes allerdings ebenfalls haben. Und deswegen gilt im Premiumsegment des Automarktes wie in so vielen Branchen: Nicht allein die Strategie selbst zählt. Den entscheidenden Vorteil im Wettbewerb hat oft der, der sie am effektivsten und schnellsten umsetzt.

Daran mangelt es vielerorts, beobachten Experten wie der Harvard-Business-School-Professor Robert Kaplan. Er empfiehlt großen wie kleineren Unternehmen, die Umsetzung einer Strategie als formalen Prozess zu begreifen – inklusive Controlling und spezialisierten Managern, die diesen Prozess steuern (siehe Interview).

Das ist ein Teil des Jobs von André Stoffels. Der Strategiechef von Audi ist mit seinen zehn Mitarbeitern direkt dem Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler unterstellt – in einer Minute ist er im Vorstandsbüro, wenn es sein muss. Sein Handwerk hat der 38-Jährige bei Mc Kinsey gelernt, unternehmerische Erfahrungen hat er mit einem Start-up im Silicon Valley gesammelt.

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