Strategie

_

Christine Weissenborn: Der Kommerz erobert die Festspiele und die Kunst

Kultursponsoring gehört für Unternehmen schon lange zum guten Ton und schmeichelt vor allem dem Image. Doch der Rechtfertigungsdruck auf die Konzerne steigt. Dabei lassen sich Werte wie Image sich kaum messen. Als einer der ersten traut sich derzeit Audi.

Die Probe des Theaterstücks "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal: Seit Jahren stecken Unternehmen wie Nestlé Unsummen in die Kulturförderung. Quelle: dpa
Die Probe des Theaterstücks "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal: Seit Jahren stecken Unternehmen wie Nestlé Unsummen in die Kulturförderung. Quelle: dpa

SALZBURG. Am Salzburger Flughafen W.A. Mozart flattert ein Willkommensbanner des Lebensmittelkonzerns Nestlé. Vor der Festspielhalle reihen sich Audi-Limousinen. Ein Gefährt wartet auf Anna Netrebko, die gerade die letzten Töne in "Roméo et Juliette" geschmettert hat - doch ein Fan versperrt der Primadonna den Weg: Angela Merkel, Bundeskanzlerin und Opernliebhaberin. Die Gonoud-Oper war die dritte, die sich das deutsche Staatsoberhaupt in Salzburg angesehen hat. "Eine tolle Aufführung", befand Merkel, die Netrebko errötete, das Premierenpublikum streckte die Hälse, die Kameras blitzten - und die Imagewerte der Sponsoren, dank des gut sichtbaren Logos, auch.

Anzeige

Es sind Begegnungen dieser Art, zwischen Größen aus Kultur, Politik und Wirtschaft, deretwegen Unternehmen wie Nestlé oder Audi schon seit Jahren üppige Summen in Veranstaltungen wie die Salzburger Festspiele stecken. Doch das alleine reicht nicht mehr. "Der Legitimationsdruck wird größer", sagt Stephan Frucht, Geschäftsführer des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft.

Denn längst ist es nicht mehr Gutmenschentum, das die Konzerne zu Großzügigkeit verleitet. "In einigen Unternehmen wurde in der Vergangenheit nach Gutsherrenart oder persönlichen Vorlieben gefördert", sagt Manuela Rousseau, die im Aufsichtsrat von Beiersdorf sitzt und das kulturelle und gesellschaftliche Engagement verantwortet. Doch diese Zeiten sind längst vorbei.

"Man muss Kultursponsoring als das sehen, was es ist: echtes kommerzielles Sponsorship. Das ist kein Mäzenatentum", sagte Nestlé-Verwaltungsratschef Peter Brabeck-Lethmathe im Interview mit dem Handelsblatt. Doch als harte betriebswirtschaftliche Kennzahl müssen die Ausgaben für die schönen Künste gegenüber den Aktionären mittlerweile wohl begründet sein. Das ist nicht immer einfach, denn "in barer Münze kommt da nichts zurück", sagt Nestlé-Mann Brabeck.

  • Die aktuellen Top-Themen
Medienbericht: Google will W-Lan-Netze in Schwellenländern aufbauen

Google will W-Lan-Netze in Schwellenländern aufbauen

Die Hälfte der Menschheit hat keinen Zugang zum Internet. Der Suchmaschinenriese Google will das ändern und in Schwellenländern Afrikas und Asiens Netze aufbauen. Ganz uneigennützig sind die Pläne nicht.

IT-Sicherheit: Telekom will besseren Schutz gegen Cyberangriffe anbieten

Telekom will besseren Schutz gegen Cyberangriffe anbieten

Die Deutsche Telekom will neue Sicherheitsprodukte für Unternehmen auf den Markt bringen und so einen besseren Schutz vor Cyberangriffen bieten. Dazu wird eine eigene Einheit innerhalb des Konzerns gegründet.

Fernbus-Markt: Ab November geht der ADAC-Postbus auf Reisen

Ab November geht der ADAC-Postbus auf Reisen

Früher kam die Post mit der Kutsche. Jetzt kommt sie mit dem Bus: Zusammen mit dem Verkehrsclub ADAC drängt das Unternehmen auf den Fernbusmarkt. Bereits für 2014 hat sich die Deutsche Post ein ehrgeiziges Ziel gesteckt.

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR UNTERNEHMENS-VERKAUF UND UNTERNEHMENSNACHFOLGE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.