Strategie

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Facebook-Managerin Sandberg rät: Frauen, fahrt die Ellenbogen aus!

Frauen werden benachteiligt – die Ursache liegt bei ihnen selbst: Mit „Lean in“ hat die Facebook-Managerin Sheryl Sandberg eine hitzige Debatte entfacht. Ihre Ratschläge für den Berufsalltag von Frauen sind provokant.

Facebook-Vorstand Sheryl Sandberg. Quelle: dpa
Facebook-Vorstand Sheryl Sandberg. Quelle: dpa

New YorkDas große Problem, weiß Sheryl Sandberg, zeigt sich oft in den kleinen, unbewussten Dingen. Da treffen sich zum Beispiel 15 Top-Manager aus dem Silicon Valley, allesamt Männer, zu einer Diskussionsrunde zur Lage der US-Wirtschaft. Geladen ist auch der Finanzminister mitsamt Experten-Delegation, bestehend aus vier Frauen.

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Was passiert? Als das Buffet eröffnet wird, lassen die Frauen wie selbstverständlich die Männer vor. Nach dem Mittagessen dann quetschen sie sich – ganz freiwillig – wie Zuschauer an den Rand des Konferenzraums, während die Männer in der Mitte Platz nehmen.

Facebook in Zahlen

  • Transparenz dank Börsengang

    Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

  • Schon früh profitabel

    In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

  • Werbung als wichtigste Geldquelle

    Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird.

  • Beispielloses Wachstum

    Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,23 Milliarden gewachsen, das entspricht der Hälfte der globalen Internet-Population.

  • Zuckerberg hat die Kontrolle

    Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

  • Dominant in aller Welt

    Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

  • Keine Chance für StudiVZ

    Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

  • Riese Datenmengen

    Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

Diese Anekdote aus der Facebook-Zentrale ist für Sandberg, Nummer zwei des Internet-Konzerns, eine Schlüsselszene. „Das war ein Moment, in dem ich Zeuge wurde, wie interne Barrieren das Verhalten von Frauen verändern können“, schreibt die 43-Jährige in ihrem umstrittenen Buch „Lean in“ – und sieht eine ihrer zentralen Thesen bewiesen: „Ständig unterschätzen wir uns selbst“.

„Lean in“ (zu Deutsch: „Häng` Dich rein“) ist an diesem Montag in den USA auf den Markt gekommen, und es schlägt ein wie wohl selten ein Sachbuch über die Rolle der Frau: Zeitungen, Online-Seiten und TV-Sender berichten seit Wochen darüber, und noch vor Erscheinen schoss das Werk beim Online-Händler Amazon auf Platz eins der US-Bestsellerliste. In Deutschland soll es am 19. April erscheinen.

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Sandberg ist auch nicht irgendwer: Mutter zweier Kinder, Harvard-Absolventin, Weltbank-Expertin, mit Ende 20 Stabschefin des damaligen Finanzministers Larry Summers, dann Top-Managerin bei Google und schließlich Mark Zuckerbergs rechte Hand bei Facebook. Und nun schickt sie sich an, Anführerin einer neuen feministischen Bewegung zu werden.

  • 08.04.2013, 11:37 UhrIzzie009

    Wow, ich lese gerade die Kommentare zu diesem Artikel und bin otal erchüttert. Ich hätte den Handelsblatt Lesern wirklich mehr Niveau zugetraut. Hat hier auch jemand kostruktive Kritik anzubringen oder das Buch sogar gelesen? An einem ernsthaften Austausch zum Thema wäre ich nämlich sehr interessiert.

    Eine kurze Einschätzung des Buches von meiner Seite (hab es am Wochenende gelesen). Empfehlenswert für Leser, die sich bisher nicht allzu intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Insbesondere für Frauen in Deutschland, die bisher allzu oft den vermeintlich "leichteren" Weg des beruflichen Rückzugs oder gar Ausstiegs wählen, wenn die Luft dünner wird. Aber auch für alle Vorgesetzten, die Frauen im Job das Leben - bewuss oder unbewusst - jeden Tag ein bisschen schwerer machen. Ich unterstütze Sandbergs Herangehensweise "Die Frauen müssen sich reinhängen" wünsche mir aber gleichzeitig, dass die Unternehmen dies auch zulassen. Leide ist bisher insbesondere bei jüngeren Frauen, die noch die "Gefahr" bergen Kinder zu bekommen, eher das Gegenteil zu beobachten. So sagt es die Sttisktik undso erlebe ich es selbst im Beruf und im Freundeskreis.

  • 12.03.2013, 14:07 UhrMilvus

    Danke!
    Jeder für sich ist sehr nett, da will ich echt mal ein Kompliment auspacken.

    Aber in der Gruppe ist das nicht zu aushalten.

  • 12.03.2013, 11:32 UhrNumismatiker

    @Milvus

    "Ich befinde mich in einem Team mit 90% Damen"

    Mein aufrichtiges Beileid.

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