Strategie

Warum Unternehmen in Kinder investieren

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Das Surren der Maschinen wiegt die Kinder in den Schlaf

Susanne Lang, die Chefin der alleinerziehenden Zwillingsmutter Ilona Kiesenbauer, führt den Hersteller von Außenspiegeln für Lastwagen und Busse in dritter Generation. In Ergersheim, im Nichts zwischen Würzburg und Nürnberg, beschäftigt sie 900 Menschen.

Chronologie Steile Karriere eines Hoffnungsträgers

  • Chronologie: Steile Karriere eines Hoffnungsträgers
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Lang erlebte berufstätige Mütter schon zu einer Zeit, als die noch eine Ausnahme waren. Ihre Großmutter brachte den Betrieb durch den Krieg, die Mutter führte ihre eigene Buchhandlung, bevor sie in die Firma ihres Mannes einstieg. Wie Familie und Beruf zu vereinbaren seien, darüber haben die Frauen im Hause Lang nicht gegrübelt. Sie haben es vorgemacht.

Die Idee mit der betrieblichen Kinderbetreuung kam Susanne Lang im Frühjahr 2005. An einem Brückentag blieben die Kindergärten in der Umgebung geschlossen. Die Kantinenleiterin kam auf Lang zu und sagte, dass sie an diesem Freitag kein Essen servieren könne, ihre ganze Mannschaft falle aus, weil die Frauen nicht wüssten, wohin mit den Kindern.

So gewinnen Unternehmen neue Mitarbeiter

  • Platz 7

    Wenn die Deutschen nach einem Job suchen, ist für sie der Ruf des Unternehmens als ausgezeichneter Arbeitgeber sehr wichtig. Besonders für Leistungsträger ist dieser Punkt von Bedeutung: Bei der Befragung nannten sie ihn als viertwichtigsten Aspekt. Nachwuchstalente hingegen halten den Ruf einer Firma für nicht so bedeutend: Bei ihnen schaffte es das Ansehen nur auf den zehnten Platz.

  • Platz 6

    Wer neue Mitarbeiter an Bord holen will, sollte ihnen auch Chancen einräumen, die Karriere voranzutreiben. Gerade für Nachwuchstalente zählt dies zu den wichtigsten Bedingungen: Sie wählten den Aspekt auf den zweiten Platz.

  • Platz 5

    Auch die Anbindung ihres Standorts sollten die Unternehmen berücksichtigen. Denn der Punkt „Bequem zu erreichender Arbeitsort“ holt den fünften Platz bei Beschäftigten und Leistungsträgern. Nachwuchstalenten macht eine lange Anreise dagegen offenbar wenig aus - der Punkt gehört bei ihnen nicht zu den zehn wichtigsten Punkten.

  • Platz 4

    Eine herausfordernde Arbeit wünschen sich viele Mitarbeiter. In der Rangliste kommt dieser Treiber auf den vierten Platz. Leistungsträger sehen ihn sogar als wichtigste Voraussetzung für ihren Job, bei den Nachwuchstalenten ist es die drittwichtigste.

  • Platz 3

    Mitarbeiter fordern zudem ein hohes Maß an Eigenständigkeit. Nur für Nachwuchstalente ist der Aspekt (noch) nicht ganz so wichtig: Während Beschäftigte und Leistungsträger den Punkt auf den dritten Platz wählten, schafft er es bei den Hoffnungsträgern lediglich auf den vierten.

  • Platz 2

    Geld gehört für die Deutschen zu einer ganz wichtigen Voraussetzung, wenn sie einen Job annehmen. Das Grundgehalt holt in der Rangliste daher Silber. Interessant dabei: Für Leistungsträger (Platz neun) und Nachwuchstalente (Platz fünf) spielt der Lohn nur eine untergeordnete Rolle.

  • Platz 1

    Und es siegt - die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Für die Beschäftigten in Deutschland ist ein sicherer Job das wichtigste - auch bei Nachwuchstalenten. Für Leistungsträger ist ein fester Arbeitsplatz zwar auch wichtig (Platz zwei), aber nicht am wichtigsten.

„Dann sollen sie die Kleinen eben mitbringen“, sagte Lang. Kurzerhand ließ sie einen Teil der Kantine abtrennen, durchforstete die Personalakten nach gelernten Kinderpflegerinnen, zog zwei Frauen vom Band ab und beorderte sie in die Notkrippe.

Das war nur der Anfang. Lang stellte Erzieherinnen ein und eine Kinderkrankenschwester, kaufte Kinderbetten, Hochstühle, Holzspielzeug. Ihr Chefeinkäufer musste sich erstmals mit Windelpreisen befassen.

Die Chefin hat selbst zwei Kinder, die Tochter ist sieben, der Sohn sechzehn Monate alt. Wenn die Mutter arbeitet, schläft der Kleine im Stockwerk oberhalb der Fertigungshalle. Wo früher die Kollegen aus dem Einkauf saßen, ist jetzt die Krippe untergebracht. Als der Platz nicht mehr ausreichte, war klar, dass der Einkauf würde umziehen müssen, nicht die Kinder.

Unicef „Bilder des Jahres 2012“ Das Leid der Kinder

  • Unicef „Bilder des Jahres 2012“: Das Leid der Kinder
  • Unicef „Bilder des Jahres 2012“: Das Leid der Kinder
  • Unicef „Bilder des Jahres 2012“: Das Leid der Kinder
  • Unicef „Bilder des Jahres 2012“: Das Leid der Kinder

Zieht man die Vorhänge im Schlafraum zurück, sieht man Arbeiter im Blaumann unten durch die Kunststofffertigung wuseln. Bis hier oben dringt das Surren der Spritzmaschinen. „Das Gebrumme wiegt die Kinder in den Schlaf“, sagt Susanne Lang und rollt dabei das „r“ so sanft, wie es nur die Franken können.

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