Strategie

Warum Unternehmen in Kinder investieren

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Leuchttürme, die Maßstäbe setzen

Die Ausbaupläne hat die Unternehmerin erst mal auf Eis gelegt. Bei Mekra Lang kann man sehen, dass der Krippenausbau in Deutschland nicht nur am Geld, sondern auch an der Politik scheitern kann.

„Es wäre schon eine Menge gewonnen, wenn wir einheitliche Standards für die Kinderbetreuung hätten“, sagt Ilse Wehrmann. Die Unternehmensberaterin hat aus dem Interesse der Unternehmen an eigener Kinderbetreuung ein Geschäftsmodell gemacht. Wehrmann ist eine graue Eminenz der deutschen Familienpolitik.

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31 Jahre lang war sie Geschäftsführerin der evangelischen Kindergärten in Bremen, später Bundesvorsitzende der evangelischen Kindertagesstätten. Dort stieg sie aus, als das Geld für die Kinderbetreuung immer knapper wurde und auch bei Kindern, die Förderung besonders nötig gehabt hätten, gespart werden musste.

Nach einem Burn-out im Jahr 2007 verabschiedete sich Wehrmann aus ihrem alten Leben, ging mit einem Stipendium auf Reisen und staunte, was Kindern im Vorschulalter in anderen Ländern beigebracht wurde: Sprachen, Technik, Natur - schon die Kleinen lernten von hoch qualifizierten Pädagogen spielerisch, was in Deutschland erst in der Schule gelehrt wird. „Was wir in den ersten sechs Jahren verpassen, ist schwer aufzuholen“, sagt Wehrmann.

Wehrmann schrieb mit 57 eine Doktorarbeit über frühkindliche Förderung und wurde von Daimler-Chef Dieter Zetsche eingeladen, für seinen Konzern eine Betriebskita aufzubauen. Nach ihren Vorstellungen. Es folgten andere Großunternehmen wie RWE, die Telekom und Volkswagen. Bei allen war das Projekt Kita Chefsache.

Welche Mitarbeiter geliebt und welche gehasst werden

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    Besserwisser haben zwei Fehler: Erstens sind sie anderer Meinung als der Chef. Und zweitens sagen sie das auch noch öffentlich. Sie kratzen an der Autorität des Chefs und brauchen sich nicht wundern, wenn dieser sie zum Abschluss freigibt.

  • Der Rivale

    Wenn ein Mitarbeiter alles hat, was eine Führungsposition braucht und sich zur Opposition aufbauen, muss sich der Chef Gedanken machen. Erstrecht wenn sie natürliche Autorität, Ehrgeiz und Fachwissen mitbringen. Es kann oft nur einen geben - und der Chef sitzt am längeren Hebel.

  • Der Miesmacher

    Wenn Mitarbeiter Pessimismus verbreiten und schlechte Laune und nur Probleme sehen, wo andere Herausforderungen vermuten - dann sind sie Miesmacher und ebenfalls im Visier des Chefs. Wer die Seifenblasen der Motivation zerbläst, muss mit Mobbing-Attacken rechnen.

  • Die Schlafmütze

    Wer tief im Brunnen der Frustration festsitzt und in Sitzungen apathisch aufs Ende wartet - der zieht auch gern die Wut des Chefs auf sich. Die Schlafmütze zeichnet sich dadurch aus, dass sie bei anfallender Arbeit selten zuständig ist und mit den dicken Däumchen der Routine auf die Frühverrentung wartet.

  • Das Alpha-Tier

    Gefördert werden vom Chef dagegen Mitarbeiter-Typen wie das Alpha-Tier: Er ist ein geborener Führer wie der Rivale, allerdings fordert er den Vorgesetzten nicht zum Kampf auf. So schafft er es, vom Chef als Stellvertreter akzeptiert zu werden - auch ohne offizielle Ernennung. Das Team akzeptiert ihn als Leitwolf.

  • Der Oberexperte

    Der Oberexperte ist quasi der Staatssekretär des Chefs, der, der die fachlichen Mängel ausgleicht. Er bereitet die Entscheidungen im Hintergrund vor und stärkt nach außen den Rücken.

  • Die graue Eminenz

    Manchmal gibt es Urgesteine in einer Anteilung, die allerdings immer noch hellwach dabei sind und voller Tatkraft stecken. Der "alte Hase" steht dabei nicht im Verdacht, ehrgeizig auf den Chefsessel zu schielen.

  • Der Vorzeigestar

    Das Talent, der Vorzeigestar, dessen Heldentaten die gesamte Firma aufschauen lassen. Der Chef ist stolz auf sein bestes Pferd im Stall, zumindest wenn es keinen Grund zum Zweifel an der Treue gibt.

  • Der treue Paladin

    Der verlängerte Arm des Chefs - vor allem für kleinere Aufgaben. Kein schlechtes Wort über den Chef kommt über seine Lippen, aber für höhere Aufgaben eignet er sich auch nicht.

Heute findet Wehrmann, dass die öffentlichen Träger bei der Kinderbetreuung von der Wirtschaft lernen könnten. Sie fordert mehr akademisch gebildete Erzieher in den Kitas und eine bessere Qualitätskontrolle. Oft bekommt sie zu hören, dass die Aktivität der Unternehmen ein Zweiklassensystem in der Kinderbetreuung schaffe, mit betrieblichen Luxusangeboten auf der einen und armen staatlichen Kitas auf der anderen Seite. Ganz falsch ist das nicht, aber Wehrmann hält dem entgegen, dass ihre Konzernkitas „Leuchttürme“ seien, die auch für die öffentliche Hand Maßstäbe setzten.

Zudem hat sich Wehrmann bei Unternehmen dafür eingesetzt, dass deren Kitas auch Kinder aus der Umgebung aufnehmen, die nicht aus Mitarbeiterfamilien kommen. Die meisten Konzerne tun dies auch. RWE zum Beispiel hat sein Lumiland in Essen bewusst in einem armen Stadtteil angesiedelt. Jeder fünfte Platz ist für ein Kind aus der Nachbarschaft reserviert, viele sind Migrantenkinder.

Wie bunt die Mischung ist, sieht man auch an den Puppen in einem der Spielzimmer. Einige haben dunkle Haut. Sie sollen aussehen wie die Kinder, die mit ihnen spielen.

 

Charme und Scham Welche Büroregeln in anderen Ländern gelten

USA

Ein „Playboy“-Kalender an der Wand eines US-Büros? Völlig unmöglich. Anzügliche sexuelle Bemerkungen, sexistische Witze, offensives Flirten oder auch explizite Fotos sind am Arbeitsplatz verboten. Festgeschrieben sind die Regeln in der "Sexual Harassment Policy", die jedes Unternehmen den Mitarbeitern vorschreibt. Basis ist das gesetzliche Diskriminierungsverbot. Es umfasst nicht nur das Verbot sexueller Belästigung, sondern auch Diskriminierung wegen Hautfarbe, Religion oder sexueller Orientierung.

Wer dagegen verstößt, kann gekündigt oder verklagt werden. Jeder ist aufgefordert, sich sofort bei der Unternehmensführung zu melden, sobald er oder sie sich sexuell diskriminiert fühlt oder von einem Vorfall erfährt. „Sexuelle Belästigung ist ein Delikt, das in den USA sehr ernst genommen wird“, sagt David Detjen, Partner bei der Kanzlei Alston & Bird in New York. Verhalte sich ein Kollege gegenüber einer Kollegin sexistisch, wiesen ihn andere zurecht. „Die Leute haben kapiert: Ein Nein ist ein Nein.“

Bild: ap

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Quelle: Zeit Online
  • 10.02.2013, 10:38 Uhrpro-D

    Das wird ja auch Zeit, dass unsere weiblichen Leistungsträger ihre Kinder durch Fachkräfte der Firma betreuen lassen können. Ohne diese Möglichkeit ist die Karriere bald futsch, wenn wirklich Nachwuchs kommt.

  • 10.02.2013, 11:15 UhrMaxwell

    Was für eine Kranke Entwicklung im Land!Es wird doppelt soviel Geld wie in Skaninavischen Ländern in die Betreuung gepumpt trotzdem funktioniert es nicht.Es ist nicht die Aufgabe der Unternehmen die Unfähigkeit des Staates noch zu honorieren.Damit stellt sich zwangsläufig die Frage der "Sozialen Fairness" im Land.Diese Alibiveranstaltung der Schröder als Familienministerin ist rausgeschmissenes Geld .

  • 10.02.2013, 11:23 UhrRealistin

    @Maxwell

    Diese kranke Gesellschaft lebt von Schizophrenie, Gier, Machtbesessenheit, Narzissmus und Selbstdarstellung! Das kann man als normaler Mensch mit einem gesunden Menschenverstand nicht mehr begreifen. Und genau deswegen geht dieses BRD auch den Bach herunter!!

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