Strategie

Warum Unternehmen in Kinder investieren

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Warum sich Kinderbetreuung auszahlt

Doch im Vergleich zu anderen Ländern ist das unternehmerische Engagement bemerkenswert: In Schweden, Dänemark oder Frankreich, wo das Betreuungsangebot für kleine Kinder groß ist, ist der Staat zuständig. In den Vereinigten Staaten, wo viele Mütter besonders schnell nach der Geburt in den Beruf zurückkehren, übernehmen private, oft sehr teure Anbieter die Betreuung der Kleinkinder.

So rechnet sich der Wohnriester für eine kinderreiche Familie

  • Musterrechnung für viele Kinder

    Diese Rechnung gilt für ein junges Paar mit drei Kindern (Geburtstage: 2002, 2006, 2009). Obwohl das Darlehen deutlich kleiner ausfällt als in den vorigen Vergleichen, ist der Preisvorteil beinahe ebenso hoch. In diesem Fall geht der Ehemann in 29 Jahren in Rente, seine Frau in 27 Jahren. Die Rechnung gilt für ein Darlehen in Höhe von 175.000 €, der Kaufpreis lag bei 250.000 €, die Zinsbindung beträgt 20 Jahre. Beim Wohnförderkonto wird das Modell mit 30% Rabatt verwendet. Das Bruttoeinkommen wird um 50% reduziert und das Ergebnis mit diesem neuen Steuersatz errechnet.

  • Gemeinsames Einkommen: 108.000 €

    Der Vorteil der staatlichen Förderung beträgt bei der kinderreichen Familie mit niedrigerer Darlehenssumme 29.500 €. Neben den Zuschüssen schlägt auch der Steuervorteil zu Buche. Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 60.000 €, die Frau 48.000 € brutto.

  • Gemeinsames Einkommen: 84.000 €

    Der Vorteil der staatlichen Förderung beträgt in diesem Falle 21.350 € Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 48.000 €, die Frau 36.000 € brutto.

  • Gemeinsames Einkommen: 54.000 €

    Der Vorteil der staatlichen Förderung beträgt 16.700 €. Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 30.000 €, die Frau 24.000 € brutto.

  • Gemeinsames Einkommen: 46.000 €

    Der Vorteil der staatlichen Förderung beträgt 19.800 €. Das Familieneinkommen teilt sich wie folgt auf: Der Mann verdient 28.000 €, die Frau 18.000 € brutto.

Hiesige Unternehmen setzen darauf, dass sich ihr Engagement auszahlt. Eine Studie der Prognos AG kommt zum Ergebnis, dass sich Investitionen in familienfreundliche Maßnahmen wirtschaftlich rechnen. Für Firmen sind sie eine Chance, die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern, die Bindung zum Unternehmen zu stärken, das Image zu verbessern.

Personalleiter berichten, dass Eltern, die ihre Kinder im Unternehmen gut betreut wissen, schneller aus der Babypause zurückkehren, seltener ausfallen und motivierter bei der Arbeit sind. Eine Untersuchung des Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik der Universität Münster kommt gar zum Schluss, dass Mitarbeiter in familienfreundlichen Unternehmen mehr leisten.

Traumjobs Die beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands

Genug Zeit für ein Leben neben dem Job, innovative Aufgaben, flache Hierarchien und ein sicherer Arbeitsplatz: Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass die Ansprüche ihrer künftigen Arbeitnehmer an sie steigen.

Früher lockten die Firmen gute Leute mit Dienstwagen, Boni oder Aktienpaketen, inzwischen ist die Edel-Kita mit Wellness und Englischkurs, mit qualifizierten Erziehern und langen Öffnungszeiten ein wichtiges Argument im Vorstellungsgespräch.

Laut einer Studie für das Bundesfamilienministerium spielt für 91 Prozent der befragten Eltern zwischen 25 und 39 Jahren die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine mindestens so wichtige Rolle wie das Gehalt. Drei Viertel würden für mehr Familienfreundlichkeit den Job wechseln. Und es sind längst nicht nur die Frauen, gerade jüngere Männer wollen Job und Familie besser ausbalancieren.

Familienpolitische Leistungen und ihre Folgen

  • 195 Milliarden pro Jahr

    Die Förderung von Familie und Ehe lässt sich der Staat viel kosten. Die Förderung setzt sich aus 160 Einzelmaßnahmen zusammen und kostet nach den aktuellsten Zahlen 195 Milliarden Euro pro Jahr.

  • Kindergeld

    Für das Kindergeld zahlt der Staat jährlich gut 33 Milliarden Euro aus - hinzu kommen weitere drei Milliarden Euro steuerliche Familienförderung.

  • Ehegattensplitting

    Der Einnahmeverlust des Staates durch das Ehegattensplitting beläuft sich auf jährlich gut 20 Milliarden Euro. Vom Splitting profitieren sowohl Paare mit und ohne Kinder. Ökonomen kritisieren, das Ehegattensplitting biete Müttern einen Anreiz, eher weniger oder gar nicht zu arbeiten. Tatsächlich ist die Erwerbstätigenquote der Frauen in Deutschland relativ niedrig, und die durchschnittliche Teilzeit umfasst weit weniger Stunden als in den meisten anderen Industrieländern.
    Unter den 34 OECD-Staaten ist Deutschland das Land, das am stärksten auf Steuervergünstigungen setzt: Hier entfällt rund ein Drittel aller Familienleistungen darauf - im OECD-Schnitt sind es nur zehn Prozent.

  • Monetäre Leistungen

    Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung kosten den Staat 11,5 Milliarden, das Bafög für Studenten 1,6 Milliarden.

  • Krankenversicherung

    Die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern und Jugendlichen bis 20 Jahren in der gesetzlichen Krankenversicherung kostet jährlich rund 15 Milliarden Euro. Die Summe wurde bisher vom Bund erstattet, weil es sich um „versicherungsfremde Leistungen“ handelt.
    Die beitragsfreie Mitversicherung nichterwerbstätiger Ehegatten kostet weitere elf Milliarden Euro.

  • Elterngeld

    2011 gab der Staat dafür 4,7 Milliarden Euro aus.

  • Kitas

    Die Kinder- und Jugendhilfe kostete Bund, Länder und Gemeinden zuletzt rund 29 Milliarden Euro, fast 18 Milliarden davon entfielen auf die Kindertagesbetreuung.

„Wir sind einfach viel entspannter, weil wir wissen, dass es unseren drei Kindern tagsüber gut geht und wir im Falle eines Falles auch schnell bei ihnen sein können“, sagt Henning Joswig, Projektleiter beim Essener Energiekonzern RWE. Morgens nimmt er die fünfjährige Paula und die zweijährigen Zwillinge Luis und Janne im Auto mit und begleitet sie ins Lumiland, manchmal singen die Kinder auf der Fahrt englische Lieder, die sie von den zweisprachigen Erziehern gelernt haben.

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  • 13.02.2013, 10:21 Uhrhermann.12

    Der mangelnde Effekt liegt darin begründet, das Sozialmassnahmen von Anfang an nur Alibi sind, um Sozialstrukturen als Machtbasen zu finanzieren. Es geht primär um Arbeitsplätze und Posten, erst zu allerletzt um den propagierten Zweck. Besonders Grüne und SPD sind von solchen Strukturen abhängig, aber auch ein Teil der Konservativen.
    Nach Zweckerfüllung oder Wirtschaftlichkeit fragt da niemand und wenn doch, wie bei der Sozialhilfe geschehen, dann nur um innerhalb der Sozialbürokratie die Gelder umzuverteilen.

    H.

  • 10.02.2013, 16:46 Uhrarbeitende_Mutter

    Es zwingt Sie noch niemand, solch einen Platz in Anspruch zu nehmen. In meiner Firma gibt es auch eine betriebseigene Kita, und ich bin froh und dankbar dafür. So kann ich halbtags arbeiten und bin nur zwei Etagen von meinem Kind entfernt.
    Wenn Sie eine Frau haben, die damit zufrieden ist, ein Leben lang zu Hause zu sein und für Sie da zu sein, ist es doch schön für Sie. Ich finde es großartig, dass sich Arbeitgeber auch sozial engagieren. Und - nein, mein Kind wird dort keiner Gehirnwäsche unterzogen. Es wird ganz einfach nur gut betreut.

  • 10.02.2013, 16:05 UhrSteuerzahler

    Zunächst - nein, ich bin KEIN Ex-Parteifunktionär der DDR. Davon war ich Lichtjahre entfernt. Ich bin ganz einfach als Arbeiterkind geboren, habe mich qualifiziert, studiert und übe seit nunmehr 30 Jahren einen hochqualifizierten Beruf aus. Und ob Sie es glauben oder nicht - ja, ich habe immer gut verdient. Zwar kenne ich keine normalen Arbeitszeiten und habe selten weniger als 45 Stundenwochen gearbeitet, aber ich mag meinen Beruf. Und noch etwas - ja, ich bin durch Arbeit reich geworden. Es geht mir gut in diesem Land. Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, wie sich jemand eine kommunistische Diktatur zurückwünschen kann. Aus meiner Erfahrung sind das immer nur diejenigen, die sehr wenig von Eigenverantwortung halten. Sie dürfen mich nun weiter schmähen, weil ich aus eigener Kraft etwas geschafft habe.

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