Strategie

Warum Unternehmen in Kinder investieren

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Was große Konzerne planen

Bei Unternehmen ab 1000 Mitarbeitern ist es mehr als die Hälfte. Wer fördert, wird selbst gefördert - vom Staat. Ende vergangenen Jahres legte die Bundesregierung das zweite Programm für Betriebskitas auf, auch aus Sorge vor einer Klagewelle wütender Eltern unmittelbar vor der Bundestagswahl im Herbst. Pro Kind gibt es 400 Euro im Monat.

Wann ist das Kind ein Kind?

  • Minderjährige

    Bei Minderjährigen haben die Eltern immer einen Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag. Egal, ob der Nachwuchs schon berufstätig ist oder nicht.

  • Volljährige unter 25

    Bei volljährigen Kindern, die aber das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, gibt es nur unter bestimmten Bedingungen Kindergeld, siehe nachfolgend.

  • Berufsausbildung

    Wenn der Nachwuchs eine erste Berufsausbildung macht oder studiert, haben die Eltern weiter Anspruch auf Kindergeld.

  • Übergangszeit

    Zwischen Abitur und Studienbeginn und allgemein zwischen dem Schulabschluss und dem Beginn der Ausbildung liegen oft einige freie Monate. Während einer Übergangszeit von höchstens vier Monaten wird das Kindergeld weiter gezahlt.

  • Kein Ausbildungsplatz

    Wer seine Berufsausbildung nicht fortsetzen kann, da er keinen Ausbildungsplatz bekommen hat, wird in dieser Zeit mit Kindergeld unterstützt. Allerdings muss der Ausbildungswille da sein.

  • FSJ und FÖJ

    Wenn unter 25-Jährige ein freiwilliges soziales (FSJ) oder ökologisches (FÖJ) Jahr leisten, gibt es währenddessen Kindergeld. Das gilt aber nur bis zum 21. Lebensjahr.

  • Behinderung

    Wenn Sohn oder Tochter wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst für ihren Unterhalt sorgen können, bekommen die Eltern Kindergeld.

Gewissermaßen unfreiwillig entsteht in Deutschland gerade eine neue Spielart der Sozialpartnerschaft. Unternehmen übernehmen zentrale Bildungsaufgaben, ähnlich wie beim dualen System der Lehrlingsausbildung, die weltweit als Vorbild gilt. Womöglich hängt beides sogar zusammen: Wer viel in die Qualifikation seiner Mitarbeiter investiert, ist besonders interessiert daran, dass Mütter nach der Geburt schnell ins Unternehmen zurückkehren.

Siemens unterstützt Mitarbeiter monatlich mit bis zu 500 Euro pro Kind, wenn sie früher aus der Elternzeit zurückkehren. Im vergangenen Jahr gingen 13000 Anträge auf einen Betreuungszuschuss ein, und insgesamt 11 Millionen Euro wurden ausgezahlt.

Rechtsanspruch ab August 150.000 Kita-Plätze fehlen noch

Es sieht nicht so aus, als könnten die Städte bis August genügend Kita-Plätze schaffen.

Bis 2015 will der Konzern außerdem sein Betreuungsangebot an 21 Standorten auf 2000 Plätze aufstocken. BASF erweitert seine Kinderbetreuung in Ludwigshafen gerade von 70 auf 250 Plätze, der Waschmittelriese Henkel auf 240, Daimler will bis Ende des Jahres 570 Plätze im Stuttgarter Raum anbieten, Volkswagen 1000 Plätze in eigenen Einrichtungen schaffen. Bayer lässt eine neue Kita für sechs Millionen Euro bauen. Und die Europäische Zentralbank hält 270 Betreuungsplätze in drei Kitas im Frankfurter Westend vor, die auch in den Ferien geöffnet haben, von 7 bis 20 Uhr.

Selbst im Osten, wo die Betreuungsnot längst nicht so groß ist, investieren die Unternehmen in den Nachwuchs. Jenoptik beispielsweise baute vor den Werkstoren in Jena eine Kindertagesstätte mit bilingualer Spracherziehung und Kindersauna. Wenige Kilometer entfernt steckte Carl Zeiss eine halbe Million Euro in eine Kindertagesstätte, die im Sommer eröffnen soll.

Steuerbonus und Zuschüsse Staatliche Finanzspritzen für Eltern

  • Steuerbonus und Zuschüsse: Staatliche Finanzspritzen für Eltern
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Aus Sicht der Politik tut die Wirtschaft aber immer noch zu wenig. Wer über Fachkräftemangel klage, müsse auch etwas für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun, mahnt Familienministerin Kristina Schröder. Richtig daran ist, dass die Angebote der Unternehmen den Notstand in der Kinderbetreuung allenfalls lindern. Den Bedarf decken sie bei Weitem nicht. Nur etwa hinter jeder zehnten Tageseinrichtung für unter Dreijährige steckt ein privatwirtschaftlicher Träger.

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  • 10.02.2013, 10:38 Uhrpro-D

    Das wird ja auch Zeit, dass unsere weiblichen Leistungsträger ihre Kinder durch Fachkräfte der Firma betreuen lassen können. Ohne diese Möglichkeit ist die Karriere bald futsch, wenn wirklich Nachwuchs kommt.

  • 10.02.2013, 11:15 UhrMaxwell

    Was für eine Kranke Entwicklung im Land!Es wird doppelt soviel Geld wie in Skaninavischen Ländern in die Betreuung gepumpt trotzdem funktioniert es nicht.Es ist nicht die Aufgabe der Unternehmen die Unfähigkeit des Staates noch zu honorieren.Damit stellt sich zwangsläufig die Frage der "Sozialen Fairness" im Land.Diese Alibiveranstaltung der Schröder als Familienministerin ist rausgeschmissenes Geld .

  • 10.02.2013, 11:23 UhrRealistin

    @Maxwell

    Diese kranke Gesellschaft lebt von Schizophrenie, Gier, Machtbesessenheit, Narzissmus und Selbstdarstellung! Das kann man als normaler Mensch mit einem gesunden Menschenverstand nicht mehr begreifen. Und genau deswegen geht dieses BRD auch den Bach herunter!!

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