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Führungskräfte: Krise verjagt Marketingexperten

Wenn Unternehmen in die Krise taumeln, sind Chefs gefragt, die nicht nur was von Werbung verstehen. In wirtschaftlich schlechten Zeiten verdrängen sie Marketingexperten von den Spitzenpositionen. Auch die derzeitige Krise sorgt wieder für wackelnde Chefsessel.

FRANKFURT. Als Erik Zabel am 24. Mai 2007 unter Tränen seine Doping-Beichte ablegte, hatte der Vorstandschef seines Hauptsponsors schon das Weite gesucht. Stephan Tomat, dreieinhalb Jahre zuvor beim "Milram"-Produzenten Nordmilch als Sanierer angetreten, erfuhr das Epo-Geständnis seiner Werbe-Ikone längst im einstweiligen Ruhestand. Gut zwei Wochen zuvor hatte er in der Konzernzentrale den Dienst quittiert.

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Dem vom Nestlé-Konzern nach Bremen geholten Marketingexperten war der Umbau des ertragsschwachen Molkereikonzerns gründlich misslungen. Er habe "Luftschlösser gebaut", monierte der Aufsichtsrat. Erst Tomats Nachfolger Josef Schwaiger, ein Betriebswirt mit Käsemeister-Diplom, brachte Nordmilch wieder in die schwarzen Zahlen.

Auch beim angeschlagenen Schnapsbrenner Berentzen scheiterten nacheinander zwei Marketingstrategen. Erst verzettelte sich Vorstandschef Jan Berentzen mit neu in den Markt gebrachten exotischen Fruchtmischungen und erfolglosen Versuchen im Vertrieb australischer Weine, anschließend missglückte dem Nachfolger Axel Dahm die Sanierung. Dabei galt Dahm - vormals Werber in den Topagenturen Team/BBDO und Spiess, Ermisch, Abels und inzwischen Chef des mächtigen Mineralwasserabfüllers Gerolsteiner - als exzellenter Fachmann in Sachen Marketing.

"Nur wenn es mit der Konjunktur nach oben geht, suchen Konsumgüterkonzerne üblicherweise Marketingexperten für ihre Spitzenpositionen", berichtet Dirk Friederich, der bei der Personalberatungsfirma Boyden weltweit die Rekrutierung von Führungskräften in Handel und Konsumgüterindustrie leitet. Wo es um "Downsizing" gehe, seien sie dagegen kaum gefragt.

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