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Manager im Stress: Der Kampf gegen die Uhr

Der Faktor Zeit wird für viele Unternehmen immens wichtig. Denn: Zeit ist Geld. Abläufe werden immer straffer und effizienter organisiert, egal ob in Industrie oder Dienstleistung. Das Optimum muss erzielt werden.

Viele Manager laufen der Uhr hinterher. Quelle: dpa
Viele Manager laufen der Uhr hinterher. Quelle: dpa

DüsseldorfWo Uwe Gründler auftaucht, trifft er zunächst auf Skepsis. "Da kommen die Jungs mit der Stoppuhr," raunen sich Arbeiter wie Angestellte auf Fluren und in der Kantine zu. Schon bald, so fürchten sie, wird es ihnen wie im Fantasieroman "Momo" ergehen. Darin stehlen "Graue Herren" die Zeit. Das Leben wird zu einem einzigen Stress.

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Gründler ist Projektleiter bei der Refa, der ältesten deutschen Institution für Arbeitsorganisation, 1924 als "Reichsausschuß für Arbeitszeitermittlung" gegründet. Auch heute geht es noch um Optimierung und Effizienz von Produktionsprozessen, Taktzeiten werden aber nur noch gelegentlich gemessen.

Gründler hat gelernt, mit dem Stoppuhr-Image zu leben. Früher standen sie tatsächlich mit der Uhr hinter jedem Arbeiter, notierten jeden Handgriff, maßen jede Sekunde, die ein Werkstück bis zur Fertigstellung brauchte. Heute beschreibt Gründler seine Arbeit so: die Gestaltung "humaner Arbeitsplätze" sei ihm genauso wichtig wie die Steigerung der Produktivität.

Im Grunde geht es aber vor allem um eins: Die Mitarbeiter sollen Zeit sparen, und damit am Ende vor allem Geld. Durchlaufzeiten optimieren, heißt das im Fachjargon.

Ein gutes Beispiel für die Zeitoptimierung ist die Automobilindustrie. Brauchte ein Hersteller vor etwa zwei Jahrzehnten 50 Stunden, um einen Wagen zu montieren, sind es heute nur 15 Stunden. Darum ist ein Hersteller wie Volkswagen in der Lage, mit 390.000 Mitarbeitern inklusive Verwaltung 7,2 Millionen Autos pro Jahr zu bauen. Ein VW-ler stellt also knapp 20 Fahrzeuge her. Wettbewerber haben das sogar noch weiter getrieben: Pro Mann und Jahr baut Ford inzwischen 34 Autos, General Motors sogar 42.

Allein mit dem Einsatz der Stoppuhr ist diese enorme Produktivität aber nicht zu erklären. "Zeitwirtschaft", von Organisationen wie Refa erst gesellschaftsfähig gemacht, bekam in den 1980er-Jahren scharfe Konkurrenz - mit wohlklingenden Namen. Kaizen, Lean Production, Target Costing. Die neuen Managementmethoden aus den USA und Fernost galten als schick.

Und alle hatten nur ein Ziel: Schneller, billiger, effizienter produzieren. Mit weit reichenden Folgen für Arbeitsplätze und Arbeitnehmer. Aus-Zeiten für eine Tasse Kaffee oder das Gespräch mit den Kollegen wurden systematisch wegrationalisiert, Produktionsabläufe perfektioniert.

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