
DÜSSELDORF . Damit die Produktionsanlagen rund und effizient laufen, optimieren Firmen jedes Stellschräubchen. Den Befindlichkeiten ihrer wichtigsten Ressource – der Mitarbeiter – schenken sie jedoch offenbar immer noch zu wenig Beachtung. Jedem fünften Beschäftigten fehlt jegliche emotionale Bindung zum Arbeitgeber – und somit der Spaß an der Arbeit. Weit über die Hälfte macht Dienst nach Vorschrift.
Das ergab eine Umfrage der Beratung Gallup unter fast 2 000 Arbeitnehmern in Deutschland, die zehnte in Folge. Interessant: Die Konjunktur hat kaum Einfluss auf die Identifikation mit der Firma. Die Probleme sind also hausgemacht. Eine Hauptursache für fehlende Verbundenheit ist der direkte Vorgesetzte, da sind sich Personalforscher einig.
Nur 13 Prozent der Beschäftigten fühlen sich demnach der Firma sehr eng verbunden. "Je stärker die Bindung, umso leistungsfähiger ist ein Unternehmen", sagt Marco Nink von Gallup. Umgekehrt gilt dies genauso. Mitarbeiter, die innerlich gekündigt haben, fehlen etwa 28 Prozent häufiger als Kollegen mit starker Firmenbindung. Dadurch entstünden deutschen Unternehmen laut Gallup Kosten von 3,7 Milliarden Euro im Jahr.
Mitarbeiter mit enger Bindung sind zudem ihrem Arbeitgeber treu. Nur sieben Prozent wollen in den nächsten zwölf Monaten kündigen. "Diese Loyalität wird in Zeiten des Fachkräftemangels immer wichtiger", betont Jörg Felfe, Professor für Organisationspsychologie der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. 60 Prozent der emotional entfremdeten Mitarbeiter dagegen erwägen bald einen Wechsel. „Erfahrungsgemäß sind es oft die guten Leute, die ein Unternehmen verlassen, wenn sie unzufrieden sind“, sagt Felfe. Der ungewollte Abgang einer Fachkraft kann laut der Beratung Kienbaum leicht 100 000 Euro kosten.
Hinzu kommt: Mitarbeiter ohne Verbundenheit zur Firma können durch schlechte Mund-zu-Mund-Propaganda sogar schaden. Nur 27 Prozent der Gleichgültigen und vier Prozent der Resignierten würden Nahestehenden ihren Arbeitgeber empfehlen. Bei den Engagierten sind es fast 80 Prozent. Ebenso wenig identifizieren sich resignierte Mitarbeiter mit den Produkten der Firma. Entsprechend gering ist ihre Kundenorientierung. Meist aus Frustration. Das Arbeitsumfeld macht es schwer, auf Kundenwünsche einzugehen.
Menschen kommen zu Firmen, aber sie verlassen Vorgesetzte – diese Weisheit gilt heute mehr denn je. "Unternehmen unterschätzen die Anforderungen an Vorgesetzte. Viele haben sich fachlich bewährt und sollen die Kunst der Personalführung nach ein paar Seminaren beherrschen", kritisiert Felfe. Viele Führungskräfte hätten erheblichen Lernbedarf. Konzerne investierten viel in Trainings, im Mittelstand aber mangele es oft an Professionalität.
Häufig vermissen die Mitarbeiter Respekt und Wertschätzung. Nur jeder fünfte bekommt vom direkten Chef regelmäßig Feedback. Nur jeder vierte glaubt, seine Meinung sei in der Firma gefragt. Und gerade mal jeder dritte sagt, sein Vorgesetzter sei offen für Vorschläge. "Wer mit seinen Ideen regelmäßig auf taube Ohren stößt, bringt sich nicht mehr ein", sagt Marco Nink von Gallup.
nur mal als Beispiel eine bekannte deutsche IT-Firma aus Mittelfranken, u.a. regelmäßig Auszeichnung durch Familienministerium etc.
In den letzten 5 Jahren Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich erhöht (hat man damals in der Samstagszeitung zuerst gehört), dann junge Mitarbeiter ewig auf Gehaltsanpassung vertrösten und ein Blick in die Bilanz verrät: 95% der Ergebnisverbesserung durch obige Maßnahmen gehen an die Eigentümer...
Welch Wunder, dass da dann Mitarbeiterumfragen so ausfallen, dass beim nächsten Mal ein anderes Institut beauftragt wurde und schon sind die Ergebnisse besser!
Als Selbständiger komme ich in viele Firmen. besonders aufschlussreich in bezug auf unser Thema hier ist mein Job, weil ich zwangsweise Unruhe und zusätzliche Arbeit für die Angestellten verursache - geht nicht anders.
Regelmäßig stoße ich auf Strukturen, in denen manche Mitarbeiter schon im Routinebetrieb über 100% Last fahren. Wie sollen die noch irgendetwas jenseits der Routine auffangen? Zwangsweise falle ich mit meinen Fragen dann hinten runter. Auch die viel konzeptionelle Arbeit fällt hinten runter, weil die Personaldecke vorne und hinten zu kurz ist.
Man muss es nicht so weit treiben wie Google, wo jeder Mitarbeiter Freiraum für eigene Projekte bekommt. Aber ich beobachte regelmäßig, dass durch zu wenig Personal unverhältnismäßig hohe Kosten entstehen.
Das fehlende Personal wurde oft genug mit Vorruhestandsregelungen usw. aus dem Job gedrängt. Wenn ich allein an den Know-How-Verlust denke, wird mir ganz anders!
Es ist planwirtschaftlich gesteuert, dass Arbeitsplätze abgebaut werden.
Das hat weder etwas mit Chef oder Vorgesetztem noch mit Hierarchiemodellen zu tuen.
Es wird juristisch auf Gesetzgebungen der Leibeigenschaft zurückgegriffen, die heute immer noch angewendet werden.
Doch fragt mal wer die Urheber sind: nur leute die diese Strukturen "studiert" haben.
Nun ist die Reihe von ihren reichen Wohlstandsgesellschaftskindern am Zuge die diesen Arbeitsplatzabau zu ihren eigenen Gunsten durchgesetzt haben.
Es ist planwirtschaftlich und durchstrukturiert das verschicken in Frührente, das Outsourcing etc durchgeführt worden, unter dem Vorsatz: Wir lassen niemanden verhungern. Wir regeln das.
Und es ist richtig zahlreiche Frührenter sitzen "ungewollt" jedoch wenigstens hochbezahlt in Rente. bezahlen tut die der marode Staat.
Doch wo Geld zu kürzen ist wird es weggenommen und zwar gnadenlos. Dafür sitzen ehemalige hochbezahlte Leute aus der industrie oder anderstwoher beim Arbeitsamt oder als Pädagogen in den Schulen. Jedenfalls werden sie dazu ausgebildet.
Die Folge ist: Das nach unten treten. Und dies hat nicht mit einer Wirtschaftskrise zu tuen sondern es ist die Struktur hier. Auch wenn es der Wirtschaft gut geht und es keine Krise gibt.
Die wirtschaftliche Ausgrenzung vieler Personen und ihrer existenziellen Vernichtung ist die Folge dieser Planwirtschaft hier.
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