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Personalmarketing und Human Ressources: Schwarze Löcher im Web 2.0

Im Privatleben wird gebloggt, gexingt, getwittert oder in Wikis gesucht. Human-Ressources-Verantwortliche tun sich mit Web 2.0 dagegen oft noch schwer. Die Unternehmen scheuen das Risiko, das die neue, teilweise nur schwer kontrollierbare Öffentlichkeit mit sich bringt. Dennoch werden in den kommenden Jahren immer weniger Betriebe bei ihrer Personalarbeit auf Web 2.0 verzichten können.

Während Internet-Unternehmen auch in HR-Belangen intensiv neue Web-Techniken einsetzen, muss man in der Old Economy länger nach ähnlichen Beispielen suchen. Foto: dpa
Während Internet-Unternehmen auch in HR-Belangen intensiv neue Web-Techniken einsetzen, muss man in der Old Economy länger nach ähnlichen Beispielen suchen. Foto: dpa

Menschen huschen etwas verschwommen durchs Bild, grummeln Grüße ins Mikro, die Kamera schwenkt kurz über karge Schreibtische, einsame Büropflänzchen, Umzugskisten, bevor sie eine schmucke rote Küchenzeile ins Visier nimmt. Scharf ist hier gar nichts. Und doch ? Wenn Spreadshirt-Gründer Lukasz Gadowski mit der Handkamera durch die Flure geht und aller Welt auf Youtube die neuen großen Firmenbüros zeigt, sind Bewerber begeistert.

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Eine Wirkung, die Constanze Buchheim selbst heute noch verblüfft. "Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ein spontanes Vierminutenvideo in relativ schlechter Qualität so gut ankommen kann", sagt Buchheim, HR-Business-Partner beim kultigen Textilbedrucker. Aber der Erfolg gibt dem 300-Mann-Unternehmen tatsächlich Recht. "Viele Bewerber beziehen sich in Gesprächen auf unsere Blogs und Videos und stellen ganz begeistert fest ,Mensch, hier ist es ja wie im Video.?"

Wer sich durch die Webseiten des Textilmerchandisers klickt, stellt fest: Hier findet ausgesprochen viel Web 2.0 statt. Über RSS-Feeds können Interessierte aktuelle Jobnews abonnieren, im Fotoportal Flickr finden sich Mittagspauseneindrücke der Belegschaft, Projekte lassen sich über ein Firmen-Wiki managen. Im internen Blog erzählen Mitarbeiter und Chefs aus ihrem Alltag, über neue Produkte oder die Geschäftsentwicklung. Rund 50 "Spreader" machen mit, in Eigenregie, ohne Chefkümmerer und unzensiert, wie die Personalerin betont. Das signalisiert den Mitarbeitern Vertrauen und Wertschätzung - alles andere, jede gekünstelte Intervention, würde ohnehin in der sehr offenen Firmenkultur auffallen, merkt Buchheim an.

Teile der Beiträge, wie zum Beispiel die Serie "meet a spreader", werden auch im externen Blog veröffentlicht. "Als Arbeitgeber können wir damit sehr gut Spreadshirts Firmenkultur nach außen tragen und dadurch genau die richtigen Bewerber, die zu uns passen, mit diesen Beiträgen ansprechen", stellt Constanze Buchheim fest.

Doch bloßes Personalmarketing stand gar nicht im Fokus, als die ersten Tools vor zwei, drei Jahren eingerichtet wurden. Per Wiki und internem Blog managt man das zügige Wachstum der Firma, tauscht Informationen aus, stellt Wissen bereit und macht Kollegen länderübergreifend miteinander bekannt.

Während das Leipziger Internetunternehmen auch in HR-Belangen intensiv die neuen Techniken einsetzt, muss man in der Old Economy länger nach ähnlichen Beispielen suchen - und trifft dabei stets auf die gleichen Unternehmen, die hier die Vorhut machen. Seien es Festo mit seinem Ausbildungsblog, Phönix Contacts und Siemens mit Arbeitsplatzvideos und virtuellen Rundgängen, Lufthansa mit Audiopodcasts für Bewerber oder Fraport mit seiner internen Wiki-Lösung.

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