
BERLIN. Die Demografiedelle erfordert neue Strategien von den Unternehmen, um die Jugendlichen fest an sich zu binden. Dabei tun sich in erster Linie kleinere und mittlere Betriebe schwer, die kaum Zeit für die Rekrutierung von Lehrlingen haben. Um hier Abhilfe zu schaffen, haben die Kammern 2007 ein bundesweites Projekt gestartet: Die "passgenaue Vermittlung Auszubildender an ausbildungswillige Unternehmen", die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wird.
Passgenau - das klingt nach gut sitzenden Anzügen und Kostümen und trifft die Situation ziemlich gut. Die Vermittler arbeiten in mittlerweile rund 70 Kammern und strecken von dort ihre Fühler aus. Sie kennen die Bewerber genau, wissen aber auch, wo es noch freie Lehrstellen gibt. Sie besuchen Unternehmen und Schulen, führen Bewerbungsgespräche und suchen den passenden Azubi für den passenden Betrieb.
"Starthelfer" vermitteln Bewerber
Nordrhein-Westfalen war Vorreiter dieser Initiative: Dort gibt es zusätzlich zum bundesweiten Programm die "Starthelfer Ausbildungsmanagement" mit ähnlichen Aufgaben. "Wir vermitteln den Betrieben ihre Wunschkandidaten", sagt Michael Ifland, zuständig für den Bereich Ausbildung bei der IHK Nord Westfalen. Seine Kollegin, Starthelferin Roswitha Kuhna, weiß, dass kleine Betriebe oft nicht auf dem Lebensplan der Schulabgänger stehen. Sie bewerben sich bei den Großen in der Region: beim Energieunternehmen Eon oder beim Industriekonzern Evonik. Erst wenn es dort mit der Ausbildung nicht geklappt hat, "klopfen sie bei kleineren Betrieben" an.
Wichtig ist die individuelle Vermittlung: Kuhna versucht, Schüler auch für Berufe zu gewinnen, die unbekannt sind oder unattraktiv klingen wie Abwassertechniker. Zu den Hindernissen aufseiten der Betriebe gehört, dass sie schlechte Erfahrungen mit Azubis gemacht haben oder nur Topbewerber suchen. Roswitha Kuhna vermittelt auch schwächere Bewerber, von denen sie weiß, welche Stärken sie haben.

Gestern war im TV ein Unternehmer in Sachsen-Anhalt zu sehen, der nur 300 bewerber auf 50 Stellen hat. War irgendso ein Chemieunternehmen. Er stellte fest, daß die bewerberzahlen deutlich zurückgehen.
Der arme aber auch...
1 Kommentar
Alle Kommentare lesen