Strategie

So klappt's auch mit der Führung

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Gefährlich: Wenn Alphatiere sich für unfehlbar halten

Natürlich ist auch er überzeugt, dass je nach Phase (Gründung, Wachstum, Reife) andere Schwerpunkte gesetzt werden müssen in der Führung. Aber vor allem hält er dagegen, dass Firmen wie in der Management-Literatur oft gezeigt, auch ein unweigerlicher Tod drohe. Klar, von einem Unternehmensberater erwartet man auch keine andere Sicht der Dinge – sonst dürfte sein Geschäft schlecht laufen.

Zum richtigen Zeitpunkt das Unternehmen zu verkaufen, darin zeige sich jedoch "wahres Unternehmertum und gute Führung". Auf diesem Weg könnten Firmen quasi dem Tod von der Schippe springen, wenn sie zur Erkenntnis kommen, dass sie selbstständig nicht weiter kommen.

Gründe für das Scheitern von Unternehmen

  • Problembereich 1

    Mittelwert 5,2

    Wandel/Veränderung erkennen und beherrschen

    (7=wichtigster Grund, 1=am wenigsten wichtigster Grund)

  • Problembereich 2

    Mittelwert 4,4

    Verhalten und Persönlichkeit der Führungskräfte

    (7=wichtigster Grund, 1=am wenigsten wichtigster Grund)

  • Problembereich 3

    Mittelwert 3,5

    Operatives Handwerkszeug

    (7=wichtigster Grund, 1=am wenigsten wichtigster Grund)

  • Quelle

    Umfrage unter Partnern von Roland Berger Strategy Partners. Zitiert in „Gute Führung“ von Burkhard Schwenker und Mario Müller-Dofel. Erschienen 2012 bei BrunoMedia Verlag.

Doch externe Hilfe etwa durch Unternehmensberater ist nicht unbedingt die zwingende Lösung, um besser zu werden, klingt zwischen Schwenkers Zeilen an. In einer von ihm erwähnten Umfrage unter den Roland-Berger-Partnern heißt es , dass sie Mängel beim „operativen Handwerkszeug“ für nur bedingt existenzbedrohend in Unternehmen halten. Das ist insofern überraschend, als es genau das Feld ist, in dem Unternehmensberater meistens aktiv werden.

Gefährlich werde es hingegen, wenn „Alphatiere sich für unfehlbar halten“, „fehlende Selbstreflexion“ sich verbreitet, „keine Konfliktfähigkeit auf Topebene“ herrscht, es „übergroße persönliche Ambitionen“ gibt oder „kein Vorleben von Werten“ stattfindet. Die Schulung der Persönlichkeit trägt demnach mindestens so viel zum nachhaltigen Firmenerfolg bei wie das Beherrschen betriebswirtschaftlicher Fragen und von Unternehmensprozessen.

Gastbeitrag zum Download „Wer mit sich im Reinen ist, kann gut führen“

Mit seinen Tipps für Managern hat Pater Anselm Grün von der Abtei Münsterschwarzach viel Anerkennung erworben. In diesem Beitrag wirbt er dafür, keine Schatten der eigenen Persönlichkeit auf Mitarbeiter zu übertragen.

Fazit: Für Leser, die einen Einblick in die Denke von Top-Managern gewinnen wollen, ist das Buch durchaus lesenswert. Für den Alltag von Kleingründern oder Abteilungsleitern hingegen sind die Ratschläge Schwenkers wenig konkret. Aber man soll sich ja immer kleiden für den Job, den man noch nicht hat. Und da kann man ja auch mal lesen, was Manager lesen, deren Job man vielleicht mal gerne mal hätte.

Bibliografie:
Burkhard Schwenker, Mario Müller-Dofel
Gute Führung
(Ein Essay und Interviews)
BrunoMedia Verlag, Köln 2012

140 Seiten

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  • 08.12.2012, 23:02 UhrSpaceInvaderEasyway

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • 08.12.2012, 22:16 Uhrrst

    Viel wahres im Artikel. Zusätzlich würde ich noch ein Ende der Basta-Kultur fordern. Viele Manager wollen Erfolg einfach anordnen und hören nicht auf ihre sachkundigen Untergebenen. Erfolg kann man nicht anordnen und wenn die eigenen Leute Zweifel an Umsetzbarkeit oder Terminen haben, sollte man seine Leute gefälligst ernst nehmen. Die Leute sind nicht faul und müssen angetrieben werden, die Leute wollen einfach nur erfolgreich und möglichst fehlerlos für die Zukunft des Unternehmens und somit ihre eigene Zukunft arbeiten. Das braucht eben manchmal mehr Zeit und Ressourcen als sich so mancher Manager oder Unternehmensführer vorstellt.

  • 08.12.2012, 12:59 Uhragenda2020

    wir brauchen Schaf Hirten in den nächsten Jahren...
    und das fängt schon bei den ganz kleinen an!

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