Strategie

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Rhetorik-Ranking: Welcher Spitzenmanager rockt die Hauptversammlung?

Telekom-Chef René Obermann gilt es zu schlagen. Er ist der beste Redner unter den Chef der Dax-Konzerne – noch. Mit dem Beginn der Hauptversammlungssaison wird wieder um den Spitzenplatz im Rhetorik-Ranking geredet.

Telekom-Chef René Obermann war der Sieger des Handelsblatt Rhetorik-Rankings im vergangenen Jahr. Quelle: Reuters
Telekom-Chef René Obermann war der Sieger des Handelsblatt Rhetorik-Rankings im vergangenen Jahr. Quelle: Reuters

Düsseldorf„Glauben Sie mir, dass auch ich nicht mit dem Kurs zufrieden bin - ich spüre es im eigenen Portemonnaie.“ So solidarisierte sich René Obermann 2012 auf der Hauptversammlung mit den enttäuschten Telekom-Anlegern. Sogar Fehler räumte er ein: „Ich weiß, dass noch nicht alles perfekt läuft“. Mal ganz persönlich, mal bescheiden, mitunter witzig, vor allem aber verständlich und anschaulich präsentierte der 49-jährige gelernte Industriekaufmann seinen Aktionären den Geschäftsbericht.

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Dieser Stil kommt an. Damit wurde er zur Nummer eins im Handelsblatt Rhetorik-Ranking der 30 Dax-Vorstandsvorsitzenden. Doch nun wittert Obermanns Konkurrenz Morgenluft. Am 16. Mai 2013 gibt der smarte Telekom-Chef seine Abschiedsvorstellung in der Kölner Lanxess Arena, bevor er die Leitung an den bisherigen Finanzvorstand Timotheus Höttges übergibt. Wird Obermann, der seine Hauptversammlungs-Rede selbst mit verfasst und der regelmäßig für den wichtigsten Auftritt des Jahres probt, noch mal ein rhetorisches Feuerwerk zünden und seinen Spitzenwert in Sachen Verständlichkeit und Stil überbieten?

Oder wartet vielleicht schon ein neues Rednertalent unter den Spitzen-Managern auf den Durchbruch? Immerhin könnte einer der insgesamt sieben Neuzugänge unter den Dax-Chefs eine neue Bestmarke setzen. Oder die amtierende Nummer zwei im Gesamtklassement, BMW-Chef Norbert Reithofer, könnte geübt und am Vortrag für den 14. Mai gefeilt haben, um der neue Spitzenreiter zu werden.

Manager-Rankings

Um diese Frage zu beantworten, prüft das Handelsblatt zusammen mit dem Sprachwissenschaftler Frank Brettschneider von der Uni Hohenheim, wie verständlich die Reden aller Dax-30-Chefs sind. Ein Computerprogramm analysiert dazu Satzbau, Fremdwortanteil, Abstraktheitsgrad, Wort- und Satzlängen und bewertet dann jede Rede auf einer Verständlichkeitsskala. Sie reicht von Null - der Vortrag ist etwa so unverständlich für den Durchschnittsbürger wie eine Doktorarbeit -, bis 10, was dem besonders hohem Verständlichkeitsgrad von Radionachrichten entspricht.

Diese „A-Note“ bewertet sozusagen wie im Tanzsport die „Pflicht“. Außerdem hat Brettschneider eine Checkliste entwickelt, mit der sich der Stil eines Redners bewerten lässt. In Sachen „Kür“ können die Redner in zwei Teilbereichen „Relevanz und Aufbau“ sowie „Präsentationsform“ insgesamt 100 Punkte für ihre B-Note holen.

Im Laufe der Saison wird unser exklusives „CEO Rhetorik-Ranking“ bis Anfang Juni 2013 erneut eine wissenschaftlich fundierte Einschätzung geben, welcher Dax-Chef sein Publikum mit den meisten Worthülsen langweilte, mit Monster-Sätzen vergraulte oder mit Fach-Chinesisch überforderte. Und welcher der Unternehmenschefs dagegen am anschaulichsten, lebhaftesten, vielleicht sogar mitreißend vortrug – und sich dabei am wenigsten hinter Powerpoint-Folien versteckt.

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