Strategie

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Sprungbrett USA: Deutsche Firmen schieben Amerikas Exporte an

Amerika wird für deutsche Firmen als Produktionsstandort immer attraktiver. Dank schwachem Dollar und hoher Subventionen entdecken sie das Land als Sprungbrett für die Welt.

Timothy Geithner (re.) beim Besuch des Siemens-Turbinenwerks. Quelle: Reuters
Timothy Geithner (re.) beim Besuch des Siemens-Turbinenwerks. Quelle: Reuters

Charlotte/New YorkMit Schutzbrille und Schlips lief Tim Geithner durch die Fabrikhallen. Umringt von Männern mit Knöpfen in den Ohren schaute er sich vergangene Woche Gasturbinen und Elektrogeneratoren an. "In Amerika werden noch Produkte hergestellt, die die ganze Welt braucht", verkündete er vor den versammelten Mikrofonen und Kameras.

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Was der US-Finanzminister nicht betonte: Es sind deutsche Produkte. Er besuchte ein neues Siemens-Werk in der Nähe von Charlotte, der Hauptstadt von North Carolina. Der Bundesstaat ist wichtig für die nächsten Präsidentschaftswahlen. Daher freut es Präsident Barack Obama besonders, das Siemens vor allem für den Export produziert.

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Aber für Siemens ist nicht der Wahlkampf wichtig. Dem Mischkonzern geht es um handfeste Standortvorteile. "Hier stellen wir die elektrischen Generatoren preiswerter her als in unserem Joint Venture in China", sagt Mark Pringle, Chef des Siemens-Energiegeschäfts in Charlotte. Die Kollegen aus dem Reich der Mitte wollen die Erfolge der Amerikaner nun selbst studieren. Drei Viertel aller Elektrogeneratoren und 80 Prozent aller Gasturbinen von Siemens "Made in USA" gehen ins Ausland. In wenigen Monaten werden hier 1800 Angestellte mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz erzielen - mindestens 600 Millionen Dollar davon durch Exporte.

Schwacher Dollar, schlanke Produktionsverfahren sowie üppige Subventionen locken deutsche Unternehmen und lassen die Exporte steigen. Das war vor zwei Jahrzehnten anders: Weltmarken wie Volkswagen holten sich mit Werken in Pennsylvania blutige Nasen. Jetzt vergrößert der Autohersteller sein Werk in Chattanooga, wo neuerdings der Passat nicht nur für Nordamerika, sondern auch für den Nahen Osten hergestellt wird.

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Der Deutschlandchef von Accenture Frank Riemensperger sagt, dass die USA von der deutschen Industrie lernen. Und er erklärt, warum das Land für deutsche Konzerne so interessant ist.

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Weitere Länder sollen folgen. Kleinere Unternehmen wie der Badezimmer- und Küchenspezialist Hansgrohe stehen den großen Namen nicht nach. "Im vergangenen Jahr waren etwa zehn Prozent unserer Produktion für den Export bestimmt", sagt Russ Wheeler, Amerika-Chef von Hansgrohe. "In diesem Jahr werden es 20 Prozent sein."

  • 27.05.2012, 17:51 UhrBabbaaa

    Polemischer, stammtischartiger Quark, Herr Anonym!

    Allein aus Selbsterhaltungtrieb (auch der heimischen Werke) sollten global absetzende Konzerne dezentralisiert aufgestellt um etwaigen zukünftigen nicht vorhersehbaren negativen Auswirkungen entgegen wirken zu können.
    Sehen Sie sich allein das Beispiel Thailand/Flutkatastrophe/Festplattenhersteller an.

    Es wäre ein fahrlässiges, dilettantisches Risiko von Großunternehmen, sich auf wenige Standorte zu bündeln.
    Leider jedoch auf Grund Mengenvorteile, sprich Preisvorteile, wird der o.a. Sicherheitsaspekt vernachlässigt.

    Produktionsausfälle auf Grund Unfall/Feuer/Streik/politische Lage etc. würden zentralisiert produzierende Konzerne binnen kürzester Zeit handlungsunfähig, abhängig, ja sogar zahlungsunfähig werden lassen.

    Und nebenbei, glauben Sie tatsächlich im Ausland produzierende und erfolgreiche Werke würden nicht zur Standortsicherung daheim beitragen ?

  • 05.02.2012, 13:17 Uhrblueprint

    Verstehe nicht, weshalb hier von deutschen Firmen die Rede ist. Die Unternehmen zahlen Steuern in den USA, bilden dort Mitarbeiter aus, haben sich auf Jahrzehnte durch Subventionsvorteile an den amerikanischen Standort gebunden. Welchen Bezug haben die Firmen also zu Deutschland außer ggfls. der deutschen Mutter, wenn überhaupt? Keinen!!

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