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Studie: Manager stoßen an ihre Grenzen

exklusiv Die weltweite Krise hat vielen Unternehmenslenkern das Äußerste abverlangt: Jeder dritte deutsche Top-Manager räumt laut einer Studie ein, dass er an seine Belastungsgrenzen gestoßen ist. Besonders Manager aus der Maschinen- und Fahrzeugbauindustrie spüren den Druck.

Täter und Opfer zugleich: Manager, die über Jahre nur Wachstum kannten, wurden vom Konjunktureinbruch besonders kalt erwischt. Quelle: dpa
Täter und Opfer zugleich: Manager, die über Jahre nur Wachstum kannten, wurden vom Konjunktureinbruch besonders kalt erwischt. Quelle: dpa


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DÜSSELDORF. Jeder zweite Manager im besonders rezessionsgebeutelten Maschinen- und Fahrzeugbau sieht sich am Rande seiner Belastungsgrenze angekommen. Das zeigt der Handelsblatt Business-Monitor, eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Psephos im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Comp. Befragt wurden mehr als 760 Manager in Deutschland.



Der Konjunktureinbruch verursachte einen extremen Veränderungsdruck. Manager, die über Jahre nur Wachstum kannten, wurden besonders kalt erwischt. Viele habe die Krise zutiefst verunsichert, sagt Michael Kastner, Professor für Arbeitspsychologie an der Uni Dortmund. "Manager leiden erheblich - sie sind Täter und Opfer zugleich."

40 Prozent der Führungskräfte klagen, dass die Krise ihnen mehr Einsatz im Unternehmen abverlangt habe. "Manager müssen heute ohnehin das Doppelte leisten wie vor zehn Jahren", betont Kastner. Viele kämen damit nicht klar. Die Folgen: Depression, Burn-out, Sucht.

Schneller entscheiden zu müssen - unter diesem Druck steht die Hälfte der Befragten. "Manager konnten nicht zu lange zögern, ging es doch um akute Notfallmaßnahmen wie eine rasche Liquiditätssicherung", sagt Sven Mandewirth, Geschäftsführer von Droege. Weil sie weitreichende Entscheidungen quasi aus der Hüfte schießen mussten, fühlten sich Führungskräfte oft überfordert, sagt Psychologe Kastner. Schnellere Entscheidungen gehen Hand in Hand mit einer strafferen Führung, so wie bei 42 Prozent der Manager. Das hat auch Vorteile: "In keiner Zeit ist es so einfach, schmerzhafte Programme im Unternehmen ohne großen Widerstand durchzuziehen", so Mandewirth. Kastner beobachtet, dass ohnehin immer mehr Manager rein zahlen- statt teamorientiert führen.

Auch fachlich stellte die Krise neue Anforderungen. Selbst technikfixierte Führungskräfte mussten sich auf einmal intensiv mit Dingen wie Working Capital beschäftigen. Trotz aller Widrigkeiten: 92 Prozent der Manager fühlen sich gut gewappnet für die nächste Krise. Mandewirth sieht in diesem Selbstvertrauen eine gewisse Gefahr, denn die eigentliche Kärrnerarbeit zur Veränderung stehe noch aus: "Was ist, wenn der globale Konsum durch die Sanierung der Staatshaushalte einbricht?", fragt er. Dann kommen Manager mit ihrer jetzigen Krisenerfahrung auch nicht weit. Denn Fakt ist: Die nächste Krise ist immer anders.

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