Weltweit sinkende Frühindikatoren und einbrechende Börsenkurse rufen das Jahr 2008 in Erinnerung. Damals boomten die Firmen ähnlich stark wie jetzt. Die Unternehmen waren nicht hoch verschuldet und hatten viel Bares zur Seite gelegt. All das nutzte am Ende nichts, als die Immobilien- und Bankenkrise im Herbst 2008 die Realwirtschaft erfasste. Die Gewinne der 100 größten deutschen Unternehmen brachen 2008/09 um mehr als 50 Prozent gegenüber 2007 ein.
Wiederholt sich nun die Geschichte? Wahrscheinlich ist das nicht. Die Unternehmen haben aus der Krise gelernt und sehen den düsteren Konjunkturaussichten angstfrei entgegen: „Die deutschen Unternehmen haben eine Lehre aus der ersten großen Welle der Finanzmarktkrise gezogen“, sagt der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, dem Handelsblatt. Sie hätten ihren Eigenkapitalanteil deutlich erhöht und seien weit weniger abhängig von Kapitalgebern.
Viele Unternehmen bereiten sich auf alle Eventualitäten vor – obwohl der Abschwung bei ihnen noch gar nicht messbar ist und die Gewinne 2011 sogar auf Rekordniveau steigen. „Wir rechnen auch im nächsten Jahr mit einem guten Geschäft“, sagte Patrick Adenauer, geschäftsführender Gesellschafter der Kölner Bauwens-Gruppe, dem Handelsblatt. Außerdem seien die Akteure in der Bau- sowie in der Immobilienwirtschaft jetzt besser als 2008 auf einen Abschwung oder eine mögliche Finanzkrise vorbereitet, sagte Adenauer.
huGO-BildID: 12233878 Ein Aktienhaendler ist am Freitag, 10. Oktober 2008, an der Boerse in Frankfurt am Main zu sehen. Die Angst vor einer weltweiten Rezession hat am Freitagmorgen fuer einen Ausverkauf an den Aktienmaerkten gesorgt. Der Deutsche Aktienindex DAX stuerzte nach Handelseroeffnung um 9 Prozent auf 4.447 Punkte in die Tiefe. (AP Photo/Michael Probst) ---A broker reacts at the stock market in Frankfurt, central Germany, Friday, Oct. 10, 2008. The euro fell against the dollar Friday as world markets retreated further on worries that strains in the financial system would persist and growth would suffer. (AP Photo/Michael Probst)